Stuttgarter Flughafen-Anbindung

Filderdialog: Verbände mit eigenem Verkehrskonzept

14.06.2012 - 07:46 0 Kommentare

Vor dem Beginn des Filderdialogs haben mehrere Verbände ein Verkehrskonzept zur Anbindung des Stuttgarter Flughafens an den geplanten "Stuttgart 21"-Tiefbahnhof präsentiert. Am Samstag soll die Anbindung beim Filderdialog diskutiert werden.

Airbus A320 der Lufthansa auf dem Vorfeld des Flughafens Stuttgart - © © dpa - Uwe Anspach

Airbus A320 der Lufthansa auf dem Vorfeld des Flughafens Stuttgart © dpa /Uwe Anspach

Wenige Tage vor dem Beginn des sogenannten Filderdialogs haben mehrere Verbände ein Verkehrskonzept zur Anbindung des Stuttgarter Flughafens an den geplanten "Stuttgart 21"-Tiefbahnhof präsentiert. Die Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen soll demzufolge bestehen bleiben und mit einem Tunnel an den Tiefbahnhof angeschlossen werden. Um zum Flughafen zu gelangen, sollen Fahrgäste der Gäubahn "direkt und umsteigefrei" über den Tiefbahnhof fahren, wie der stellvertretende Landesvorsitzende des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Klaus Arnoldi, am Mittwoch sagte.

Das Konzept mit dem Namen "Smart Link" wird auch vom Fahrgastverband Pro Bahn sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt. Am Samstag sollen 80 Bürger mit 88 Vertretern von Kommunen, Initiativen und Projektpartnern zum Filderdialog zusammenkommen. Dort wird die Frage diskutiert, wie der Flughafen, der südlich von Stuttgart auf den "Fildern" (Feldern) liegt - an den neuen Tiefbahnhof sowie an die Neubaustrecke nach Ulm und die Gäubahn angebunden werden soll.

Das VCD-Konzept sieht vor, dass die sogenannte Rohrer Kurve entfällt. Mit dieser Strecke will die Deutsche Bahn die Gäubahn zum neuen Flughafenbahnhof führen. Der Verkehrsclub fürchtet hohe Kosten und setzt sich dafür ein, dass stattdessen zusätzliche Nahverkehrsverbindungen zwischen dem Hauptbahnhof und dem Flughafen angeboten werden. Außerdem soll der Bahnhof Stuttgart-Vaihingen laut Konzept einen zusätzlichen Bahnsteig erhalten und somit aufgewertet werden.

Der Vizevorsitzende Arnoldi kritisierte, die bisherigen Planungen der Deutschen Bahn seien "wenig kundenfreundlich und bergen die Gefahr, dass der S-Bahntakt erheblich beeinträchtigt wird".

Auch die Fraktionen im Gemeinderat von Filderstadt sind mit den bisherigen Planungen der Bahn unzufrieden. Bleibt es dabei, soll die Stadt gegen eine mögliche Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt klagen. In einem Antrag von CDU, SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern wird die Stadtverwaltung aufgefordert, "vorsorglich alle juristischen Möglichkeiten" zu untersuchen, "um Nachteile für die Bürger/innen Filderstadts zu verhindern".

Die Deutsche Bahn möchte die Gäubahn-Züge auf der S-Bahn-Strecke zum Flughafen fahren lassen. Die Politiker Filderstadts bezeichnen diesen Mischbetrieb als "nicht tragfähige Scheinlösung". Möglicherweise sei dies auch unzulässig, weil die Strecke ausschließlich für die S-Bahn-Nutzung genehmigt worden sei.

Zum Filderdialog am Samstag haben sich indes schon mehr als 70 Bürger angemeldet, wie die Staatsrätin Gisela Erler der "Stuttgarter Zeitung" sagte. Die Grünen-Politikerin räumte Fehler bei der Vorbereitung des Dialogs ein. "Ich habe mir erst später klargemacht, dass viele Bürger Angst hatten, wieder in die alte Kontroverse um 'Stuttgart 21' hineingezogen zu werden", sagte sie. Das erste Einladungsschreiben sei "zu kühl formuliert" gewesen. Darauf hatten sich nur fünf Menschen gemeldet. Erler lud erneut ein.

Von: Felix Werdermann, dapd
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