Fehlende Triebwerke lassen Airbus-Zahlen einbrechen

27.04.2018 - 10:36 0 Kommentare

Airbus weist für das erste Jahresquartal weniger Umsatz und weniger Gewinn aus. Grund sind weiter die massiven Lieferschwierigkeiten für die Triebwerke der A320-Serie. Die Europäer hoffen auf die zweite Jahreshälfte.

Logo des Flugzeughersteller Airbus. - © © dpa - Angelika Warmuth

Logo des Flugzeughersteller Airbus. © dpa /Angelika Warmuth

Die Probleme bei der Triebwerkszulieferung für die A320neo bescheren dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus einen schwierigen Jahresstart. Auch die geringe Nachfrage für die A380 und den Militärtransporter A400M belasten die am Freitag vorgestellten Quartalszahlen.

Demnach fiel der Umsatz im ersten Quartal um zwölf Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Auch der Gewinn sei um fast ein Drittel auf 283 Millionen Euro gesunken. Die wichtigste Sparte - das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen - lag im Minus.

Von Januar bis März übergab Airbus insgesamt 121 Verkehrsflugzeuge an seine Kunden, 15 weniger als Anfang 2017. Auch die Hubschraubersparte konnte keine schwarzen Zahlen schreiben. Einzig das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft verbuchte Gewinn, allerdings mit einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Positiv überraschen konnte der Konzern beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit). Dieser habe 14 Millionen Euro betragen. Im Vorjahresquartal musste der Konzern noch ein Minus von 19 Millionen Euro ausweisen.

Der europäische Konzern hat seine Vorjahreszahlen wegen einer veränderten Rechnungslegung deutlich nach unten korrigiert und bilanziert nun nach neuen Grundsätzen, bei denen etwa der Umsatz nicht mehr nach Listenpreisen erfasst wird.

Umsatz von Airbus* in den ersten Quartalen 2013 bis 2018
Angaben in Milliarden Euro
2013 12.4
2014 12.6
2015 12.1
2016 12.2
2017 13
2018 10.1

* = ehemals Airbus Group beziehungsweise EADS / Quelle: Unternehmensangaben

Trotz der schwachen Zahlen zum Jahresstart geht der Vorstand davon aus, das bereinigte Ebit im Gesamtjahr von zuletzt 4,25 Milliarden Euro auf rund 5,2 Milliarden Euro zu steigern. Dazu passt, dass auch die Flugzeug-Neubestellungen wieder anziehen. Im ersten Quartal holte Airbus nach Abzug von Stornierungen 45 Aufträge im Vorjahr waren es sechs. Der Auftragsbestand lag zum 31. März bei 7189 Flugzeugen.

Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte

Der Vorstand um Airbus-Chef Tom Enders stellt sich darauf ein, den Großteil der Auslieferungen der A320 erst in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne zu bringen. Airbus plant weiter mit der Auslieferung von 800 Verkehrsflugzeugen in diesem Jahr - dies hänge aber davon ab, ob die Zulieferer von Triebwerken wie Safran und Pratt & Whitney ihre Zusagen einhalten.

An den Airbus-Werken in Hamburg und Toulouse stehen deshalb bereits Dutzende Flugzeuge, denen nur die Triebwerke fehlen. "Das Parken wird zum Problem", sagte Finanzchef Harald Wilhelm in einer Telefonkonferenz.

Airbus würde die Produktion der A320 und ihrer spritsparenden Neuauflage A320neo wegen der großen Nachfrage in den kommenden Jahren gern auf 70 Maschinen pro Monat hochfahren. Allerdings wehren sich die Triebwerkshersteller dagegen. Ab Mitte 2019 plant Airbus bereits fest mit 60 Maschinen im Monat.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Wohl neue Führung für Airbus gefunden

A380-Produktion zurückgefahren

Beim weltgrößten Passagierjet A380 fährt Airbus die Produktion mangels ausreichender Nachfrage bereits auf jährlich nur noch sechs Maschinen ab 2020 zurück. Der Vorstand hofft darauf, dass Fluggesellschaften in einigen Jahren wieder mehr Exemplare des doppelstöckigen Fliegers bestellen.

Zu Jahresbeginn hatte die Zukunft der A380 auf der Kippe gestanden. Die arabische Fluglinie Emirates sicherte daraufhin mit einem Großauftrag die Produktion für die kommenden Jahre.

Von: br, dpa, dpa-AFX
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