Fehlende MH370-Sucherfolge befeuern neue Unfallspekulationen

19.03.2014 - 17:04 0 Kommentare

Seit zwölf Tagen wird eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines vermisst. Während internationale Suchtruppen erfolglos riesige Gebiete durchkämmen, gibt es Spekulationen um ein Unfallszenario.

Beratungen im malaysischen Krisenstab zum Flug MH370. - © © Malaysia Ministry of Transport -

Beratungen im malaysischen Krisenstab zum Flug MH370. © Malaysia Ministry of Transport

Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein hat heute in seiner täglichen Presseerklärung versucht, die immer abstruser werdenden Medienberichte über angeblich verdächtige Handlungen der Piloten einzudämmen. Er betonte: «Alle Crew-Mitglieder, einschließlich der Piloten, sind unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist.»

Nach wie vor habe die Suche nach dem verschollenen Flugzeug die höchste Priorität im Krisenstab. Man versuche weiter, das Suchgebiet genauer zu präzisieren. Allerdings würden auch weiterhin die Hintergründe zu allen Menschen an Bord geprüft. Bis auf Russland und die Ukraine hätten alle Länder Informationen zu den Passagieren übermittelt.

In dem riesigen Suchgebiet im Indischen Ozean oder im Norden über Land gab es auch am Mittwoch keine Spur der verschwundenen Boeing. Australische und indonesische Seeaufklärer und auch Schiffe in der Region hätten kein verdächtiges Material gesichtet, berichtete die Behörde für Seesicherheit (Amsa). Auch aus dem zweiten Suchkorridor nordwestlich von Malaysia wurde keine Sichtung gemeldet.

Der Versicherungskonzern Allianz hat derweil mit der Auszahlung einer Millionensumme begonnen. Neben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines erhielten auch Angehörige der vermissten Passagiere eine finanzielle Entschädigung, sagte eine Sprecherin des Münchner Konzerns am Mittwoch.

© AirTeamImages.com Alle Meldungen zum Thema: Themenseite Malaysia Airlines MH-370

Das Militär der Malediven widersprach Augenzeugenberichten, wonach am Tag des Verschwindens von Flug MH 370 eine Maschine im Tiefflug über die Inselgruppe im Indischen Ozean gesichtet worden sei.

China verschärfte derweil seine Kritik an den malaysischen Ermittlungs- und Kommunikationsmethoden. Daten seien zu ungenau und würden zu langsam weitergegeben. Mehr als 150 Passagiere des Flugs MH370 sind chinesische Staatsangehörige.

Waypoint-Spekulationen und neues Unfallszenario

Flugbahn

Die Flugbahn laut Primärradar des malaysischen Militärs: Nach Aussagen des Krisenstabs flog das Flugzeug vom Waypoint IGARI (auf der Karte rechts über dem Golf von Thailand) westlich zum Waypoint VAMPI und GIVAL über der Straße von Malakka und dann nordwestlich weiter in Richtung Waypoint IGREX. Foto: © SkyVector/airliners.de

Derweil gibt es neue Spekulationen um ein mögliches Unfall-Szenario. Der US-Sender NBC berichtete, die Kursänderung zurück in Richtung Malaysia sei bereits vor der letzten Funkmeldung der Piloten um 01.19 Uhr Otzstzeit in den Bordcomputer eingegeben worden. Um 01.07 Uhr erfolgte die letzte automatische Datenmeldung des Kommunikationssystems ACARS. Diese habe bereits die Waypoints für den Kurs zurück über die malaysische Halbinsel enthalten, so der Sender:

Das müsse aber nichts mit einer Entführung zu tun haben, zitierte NBC im selben Bericht einen Piloten. Der Flugplan mit dem Weg zurück können als Vorsichtsmaßnahme für eine Rückkehr zu einem Ausweichflughafen bei eventuell auftretenen Problemen während der Start- und Steigphase eingegeben worden sein.

Malaysias Transportminister nahm in seiner Presseerklärung zu dem Waypoint-Bericht Stellung, blieb aber ungenau: Das Flugzeug habe bis zum Waypoint IGARI ein normales Routing abgeflogen (dort brach der Kontakt ab, das Flugzeug kehrte um, wahrscheinlich vom Autopiloten gesteuert). Es gäbe "keine Waypoints im dokumentierten Flugplan, der einen normalen Flugweg nach Peking darstelle", so der Minister. Ob es Waypoints im System gab, die einen Weg zurück Richtung Westen beschrieben, ließ er offen.

In eine ähnliche Richtung geht auch ein Artikel eines anderen Piloten auf WIRED.com, der über ein Feuer an Bord und eine versuchte Rückkehr zu einem Flughafen spekuliert. Die Crew hätte demnach versucht haben können, durch Ziehen der Sicherungen von verschiedenen Systemen ein Feuer einzudämmen und dabei den Transponder und ARCAS ausgeschaltet. Die vorher eingegebene Alternate-Route zurück über das Festland würde das Flugzeug auch dann selbst abfliegen, wenn beide Piloten bewusstlos im Cockpit sitzen.

Gänzlich abwegig scheint dieses Unfall-Szenario also nicht: Sofern der letzte eingegebene Waypoint im Flight Management Computer kein Holding-Point ist, würde das Flugzeug ohne weiteres Eingreifen einfach geradeaus weiterfliegen, bestätigte ein Boeing-777-Pilot gegenüber airliners.de.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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    Aufnahmen, die das australische Transport Safety Bureau (ATSB) nun veröffentlicht hat, zeigen womöglich Trümmerteile der verschollenen Maschine von Flug MH-370. Dies deute laut ATSB auf ein neues Such-Aeral hin, das bislang nicht abgesucht wurde. Die Suche nach dem verschwundenen Flugzeug waren im Januar eingestellt worden.

    Vom 18.08.2017

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