Tag 2

Farnborough-Bestellungen gehen weiter

10.07.2012 - 17:36 0 Kommentare

Auch am zweiten Tag der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough haben die Hersteller wieder etliche Bestellungen von Airlines und Leasingfirmen bekannt gegeben. Neues gibt es auch zum Thema Triebwerke - inklusive der Air-Berlin-Entscheidung für den 787-Antrieb.

Bombardier CS300 in den Farben der Air Baltic.

Bombardier CS300 in den Farben der Air Baltic.
© Bombardier - Bombardier

Boeing 737-8 MAX in den imagin

Boeing 737-8 MAX in den imagin
© Boeing

Airbus A350-1000 in den Farben der Cathay Pacific.

Airbus A350-1000 in den Farben der Cathay Pacific.
© Airbus

Airbus A319 mit Sharklets in den Farben der Drukair.

Airbus A319 mit Sharklets in den Farben der Drukair.
© Airbus

Grafik eines Superjet 100 in den Farben der Interjet

Grafik eines Superjet 100 in den Farben der Interjet
© SuperJet International

Boeing 787 in den Farben der Air Berlin (Illustration)

Boeing 787 in den Farben der Air Berlin (Illustration)
© Air Berlin

LET410

LET410
© LET - LET

Boeing 737-8 MAX in den imaginären Farben der ALAFCO.

Boeing 737-8 MAX in den imaginären Farben der ALAFCO.
© Boeing

Airbus

Cathay Pacific hat in Farnborough mitgeteilt, dass sie zehn A350-1000 bestellen wird. Darüber hinaus will die Airline aus Hongkong 16 bestehende A350-900-Bestellungen in A350-1000 umwandeln. Mit den zehn Neubestellungen hätte Cathay dann insgesamt 48 A350XWB im Orderbuch. Die Order muss aber noch vom Aufsichtsrat der Airline bestätigt werden, wurde von Airbus aber bereits als feste Bestellung gewertet.

Die A350-1000 ist die längste Variante der A350XWB-Familie und kann in einer typischen Drei-Klassen-Konfiguration rund 350 Passagiere über eine Distanz von 8.400 nautischen Meilen befördern. Cathay will die Maschine auf gut ausgelasteten Routen nach Europa und Nordamerika einsetzen.

Airbus will den ersten A350XWB 2014 ausliefern und hat bereits 548 feste Bestellungen von 34 Kunden für den neuen Langstrecken-Twinjet, der als Boeing-787-Pendant über einen breiteren Kabinendurchmesser als die A330/340-Familie verfügen wird und zu großen Teilen aus Verbundmaterialien hergestellt wird.

Insgesamt 62 der A350XWB-Bestellungen entfallen auf die Langversion. Der A350-1000 wurde allerdings zuletzt um zwei Jahre auf 2017 verschoben. Dafür soll das Flugzeug dann leistungsstärkere Triebwerke erhalten.

Als weitere Bestellung konnte Airbus heute auch eine Festbestellung verkünden: Drukair bestellt einen A319 mit Sharklets. Im Februar war bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Die Airline aus Bhutan fliegt bereits zwei A319.

Boeing

Boeing hat am zweiten Tag der Luftfahrtmesse in Farnborough erneut einen Großauftrag für seinen modernisierten Mittelstreckenflieger 737-MAX bekannt gegeben. Die Leasinggesellschaft GE Capital Aviation Services (GECAS) hat eine Absichtserklärung über insgesamt 75 Boeing 737 MAX 8 abgegeben. Gleichzeitig gab die General-Electric-Leasing-Division bekannt, 25 Boeing 737-800 bestellen zu wollen.

Als zweite Boeing-Ankündigung des Tages gab ALAFCO heute in Farnborough eine Absichtserklärung ab: Die Leasinggesellschaft aus Kuwait will 20 Boeing 737 MAX 8 bestellen. Auch diese Bestellbekundung ist aber noch nicht im offiziellen Orderbuch aufgeführt.

Mit den Ankündigungen der GECAS und ALAFCO hat Boeing dennoch mittlerweile Aufträge und Kaufabsichten für mehr als 1.000 Exemplare der neuen 737-Generation erhalten. Bis zum Jahresende sollen daraus mindestens 1.000 feste Bestellungen werden, wie Boeing heute auf einer Pressekonferenz zur 737 MAX als Ziel präsentierte. Auf der Pressekonferenz gab Boeing zudem den aktuellen Stand bei der Entwicklung der 737-MAX-Familie bekannt.

Gleichzeitig brodelt die Gerüchteküche: Boeing steht Medienberichten zufolge kurz vor einem Großauftrag von United. Die US-Fluglinie wolle am Donnerstag 100 Boeing 737 MAX bestellen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg heute unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Bombardier

Air Baltic hat auf der Messe in Farnborough heute eine Absichtserklärung über zehn Bombardier CS300 sowie zehn weitere Optionen unterzeichnet.

Zum Ersatz der älteren Maschinen in der Flotte habe Air Baltic die Modelle aller großen Flugzeughersteller überprüft und festgestellt, "dass das völlig neue CS300-Flugzeug die beste Lösung" für sie sei. "Mit seiner innovativen Technologie ist es für unseren Markt optimiert und stellt eine hervorragende Ergänzung zu den acht Bombardier Q400 NextGen Turboprop-Maschinen in unserer Flotte dar", so Martin Gauss, CEO von Air Baltic.

Sukhoi

Die mexikanische Interjet hat in Farnborough fünf Optionen für den Superjet 100 in Festbestellungen umgewandelt. Die Billigfluggesellschaft hatte Anfang 2011 bereits 15 der neuen russischen Maschinen fest bestellt. Die Flotte der Airline besteht derzeit aus 34 Airbus A320.

LET Aircraft Industries

Die russische Leasinggesellschaft Ilyushin Finance hat nach Angaben von "Flightglobal" eine Absichtserklärung zum Kauf von zehn neuen L-410 plus drei Optionen unterschrieben. Die Maschinen des tschechischen Herstellers können bis zu 19 Passagiere befördern und auf unbefestigten Landebahnen landen.

Bestellübersicht zweiter Tag

Auflistung Bestellungen und Optionen in Farnborough 2012 (Stand: 10.07.2012, 17:00 Uhr)

Auftrag Anz. Typ Anm.
Air Baltic 10 Bombardier CS300 Absichtserklärung zzgl. 10 Optionen
ALAFCO 20 Boeing 737 MAX 8 Absichtserklärung
Cathay Pacific 10 Airbus A350-1000 -
Drukair 1 Airbus A319 -
GECAS 75 Boeing 737 MAX 8 Absichtserklärung
GECAS 25 Boeing 737-800 Absichtserklärung
Ilyushin Finance 10 LET L-410 zzgl. 3 Optionen
Interjet 5 Sukhoi Superjet 100 Umwandlung von Optionen

 

Triebwerkshersteller

Air Berlin rüstet ihre 15 fest bestellten Boeing 787-8 mit GEnx-1B-Triebwerken von General Electric aus. Das bestätigte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Dienstag in einer Pressemitteilung. Außerdem unterzeichnete Air Berlin ein Zwölf-Jahres-Abkommen über Instandhaltung, Reparatur und Überholung der GEnx-Triebwerke. An der Produktion der GEnx-Triebwerke ist unter anderem der deutsche Triebwerkshersteller MTU Aero Engines beteiligt.

Jetstar Airways wird 32 weitere A320 mit V2500-Triebwerken ausstatten. Das gab der Triebwerkshersteller IAE am Dienstag in Farnborough bekannt. Derzeit sind alle 74 der in Dienst befindlichen A320 beziehungsweise A321 der Qantas-Tochter mit dem V2500 ausgestattet. Jetstar Airways ist eine der größten Low-Cost-Airlines im asiatisch-pazifischen Raum.

IndiGo hat sich auf der Messe zum Antrieb ihrer 150 bestellten A320neo für die PW1100G von Pratt & Whitney entschieden. Die Flugzeuge sollen ab 2015 ausgeliefert werden. Auch die CIT Group hat sich für PW1100G-Triebwerke entschieden, die an 30 ihrer 50 bestellten A320neo zum Einsatz kommen sollen.

Die Airbus-Kunden haben bei den Jets der A320neo-Familie die Wahl zwischen dem PW1100G aus dem Hause Pratt & Whitney und dem Konkurrenzantrieb Leap-X von CFM, einem Gemeinschaftsunternehmen von General Electric und der Safran-Tochter Snecma. Die 737 MAX wird dagegen exklusiv vom CFM LEAP-1B angetrieben (Bestellungen s.o. Boeing).

Rolls-Royce bringt derweil eine verbesserte Version des "Trent 1000" auf den Markt. Das heute in Farnborough vorgestellte "Trent 1000-TEN" (Thrust, Efficiency and New Technology) soll drei Prozent weniger Kerosin verbrauchen als heutige Trent-1000-Modelle. Das neue Triebwerk basiert dabei auf dem "Trent 1000" und wurde durch neue Technologien, die für den A350-Antrieb "Trent-XWB" entwickelt wurden, ergänzt. Es soll bis zu 78.000 Pfund Schub erbringen können und somit auch für alle Boeing-787-Modelle inklusive des noch in Planung befindlichen Modells 787-10X ab 2016 zur Verfügung stehen.

Von: airliners.de mit dpa
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