Facebook stellt Prototyp einer Internet-Drohne vor

02.08.2015 - 09:07 0 Kommentare

Mit einer solarbetriebenen Drohne will Facebook entlegenen Gebieten Internetzugang ermöglichen. Das unbemannte Fluggerät mit dem Namen "Aquila" soll bis zu drei Monate am Stück unterwegs sein.

Die Facebook-Drohne

Die Facebook-Drohne "Aquila" hat die Spannweite einer Boeing 737. © Facebook

Facebook hat die erste Version einer Drohne vorgestellt, die Internet in entlegene Gebiete bringen soll. Das unbemannte Fluggerät mit dem Namen "Aquila" habe die Spannweite einer Boeing 737, erklärte jetzt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Die solarbetriebene Drohne - die nun bereit für Flugtests ist - wiege weniger als ein Auto und könne monatelang in der Luft bleiben.

Außerdem habe Facebook ein extrem präzises Laser-System entwickelt, das Daten mit einer Geschwindigkeit von zehn Gigabit pro Sekunde übertragen könne. Das System sei so präzise, dass es die Verbindung zu einem Ziel in der Größe einer Zehn-Cent-Münze auf eine Entfernung von mehr als zehn Meilen (gut 16 Kilometer) halten könne.

Das weltgrößte Online-Netzwerk mit rund 1,5 Milliarden Mitgliedern verfolgt schon lange das Projekt, Internet aus der Luft in Gebiete mit schwacher Infrastruktur zu bringen. Dafür kaufte Facebook im vergangenen Jahr den britischen Drohnen-Entwickler Ascenta. Google setzt in einem ähnlichen Programm ebenfalls auf Drohnen - aber auch auf riesige Ballons mit Antennen. Hunderte Millionen neue Internet-Nutzer dürften auch den Online-Riesen mehr Geschäft bringen.

In Höhen zwischen 18.000 und 28.000 Metern unterwegs

Die "Aquila"-Drohne solle bis zu drei Monate lang am Stück in Höhen zwischen etwa 60.000 und 90.000 Fuß (18.000 bis 28.000 Meter) fliegen, heißt es in einer Präsentation bei Facebook. Dabei soll sie einem Drei-Meilen-Radius folgen, berichtete das Technologie-Blog "Mashable". In die Luft werde sie von einem Helium-Ballon gebracht, von dem sie sich dann abkoppele.

Definition "Drohne"

Als Drohnen werden unbemannte Fluggeräte bezeichnet. Es gibt mehrere Bezeichnungen: Remotely Piloted Aircraft System (RPAS), Unmanned Aerial Vehicle (UAV) und Unmanned Aircraft Systems (UAS). Drohnen werden zum Beispiel vom Militär mit Waffen ausgestattet, sie sind aber auch als Spielzeug im Einsatz oder als Hilfsmittel. In den USA etwa begutachten Bauern mittels Drohnen die Ernte auf ihren Feldern, Nachrichtensender machen damit TV-Bilder. Auch bei Sicherheitsbehörden und Katastrophenhelfern kommen sie zum Einsatz.

Das Facebook-Projekt ist eines von mehreren, mit denen der zivile, kommerzielle Einsatz von Drohnen künftig ermöglicht werden soll. So plant zum Beispiel der Versandhändler Amazon die Zustellung von Paketen mit den Fluggeräten. Wenn es nach dem Internet-Riesen geht, sollten Lieferdrohnen einen eigenen Teil des Luftraums bekommen - inklusive Flugsicherung.

© dpa, Axel Heimken Lesen Sie auch: Lufthansa will Drohnen-Piloten ausbilden

Dabei ist der Einsatz von Drohnen aus verschiedenen Gründen nicht unumstritten. Schließlich können sie auch von Kriminellen oder Terroristen eingesetzt werden. Und auch generelle rechtliche Fragen müssen noch beantwortet werden. So sei beispielsweise zu überlegen, ob eine filmende oder fotografierende Drohne, wenn sie entdeckt wird, in Ausübung von Notrechten zerstört werden darf, schrieb Rechtsanwältin Nina Naske im Teil "Droh(n)t die Gefahr oder filmt sie?" ihrer Luftrechtskolumne auf airliners.de.

Von: gk, dpa

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