Beruf & Karriere

Neuer IHK-Abschluss für Flugbegleiter

20.06.2017 - 08:02 0 Kommentare

Lufthansa-Flugbegleiter können sich nun zum "Fachberater für Servicemanagement" weiterbilden lassen. Die neue Qualifizierung mit IHK-Abschluss ist allerdings nicht nur für Kranich-Crews offen.

Flugbegleiter der Lufthansa stehen in der Economy-Class einer Boeing 747.Foto: © dpa, Arne Dedert

Die Industrie- und Handelskammer (IHK), Lufthansa, die Flugbegleitergewerkschaft Ufo sowie die Fernschule ILS und die Schule für Touristik haben ein neues Berufsbild für den Dienstleistungssektor gestartet. Im Fernstudium können ab sofort alle Lufthansa-Flugbegleiter den IHK-Abschluss "Fachberater für Servicemanagement" durch einen 15-monatigen ILS-Fernlehrgang erlangen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Weiterbildung ist offen für alle Mitarbeiter von deutschen Dienstleistungsunternehmen. Für Lufthansa-Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr eingestellt wurden, ist er verpflichtend.

Durchgeführt wird der Lehrgang im Fernstudium von ILS und der Schule für Touristik an den Standorten Frankfurt, München und Köln. Geschäftsführerin Petra Weigand-Datz hebt die Inhalte der Weiterbildung hervor: "Ein großer Schwerpunkt liegt auf Kommunikation und Servicemanagement." Darüber hinaus vermittelt der Lehrgang Kompetenzen in den Bereichen betriebswirtschaftliches Handeln, Konfliktmanagement sowie Mitarbeiterführung und Projektmanagement.

Zusatzqualifikation für alle Serviceberufe 

Die neue IHK-Qualifizierung ist das Ergebnis der Schlichtung im Tarifstreit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo mit der Lufthansa vom Juli vergangenen Jahres. Damals hatten sich die Tarifparteien auf die Einführung einer "Extra-Ausbildung auf Bachelorniveau" für Flugbegleiter geeinigt. Das habe diese allerdings noch nicht ganz, räumt Weigand-Datz ein. "Der Lehrgang soll auf Stufe fünf eingruppiert werden" - ein Bachelor hingegen sei bei Stufe sechs. "Allerdings ist er dadurch eine sehr gute Ausgangslage um durch einen Fachwirt oder Ähnliches Stufe sechs zu erlangen."

Der neue IHK-Abschluss ist nicht nur für den Luftverkehr von großem Interesse, sondern auch für den Bahnverkehr, die Schifffahrt, das Event- und Veranstaltungsmanagement, die Schutz- und Sicherheitsbranche, die Gastronomie und Hotellerie sowie für das produktbegleitende Dienstleistungsumfeld von Industrie- und Gewerbebetrieben. "Diese branchenübergreifende Aufstiegsfortbildung bietet allen Beschäftigten in Serviceberufen erstmalig die Möglichkeit, als Experte die nächste Karrierestufe zu erreichen", so ILS-Chef Ingo Karsten. 

Weiterhin keine Flugbegleiter-Erstausbildung

Die Flugbegleitergewerkschaft sieht in dem "Fachberater für Servicemanagement (IHK)" erstmals auch ein anerkanntes Berufsbild für Flugbegleiter. Allerdings ist die neue Qualifizierung nicht mit einer beruflichen Erstausbildung zum Flugbegleiter zu verwechseln. Eine solche gibt es auch weiterhin nicht, denn der Erwerb einer Flugbegleiter-Bescheinigung dauert inklusive airlinespezifischer Trainingseinheiten nur wenige Wochen.

© Condor, Lesen Sie auch: Flugbegleiter sind Allround-Talente über den Wolken Beruf & Karriere

Wer Flugbegleiter werden will, hat derzeit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Etliche Fluggesellschaften suchen hierzulande nach Personal in der Kabine. Viele Flugbegleiter sehen ihren Job traditionell nur als vorübergehende Tätigkeit. Die Bestrebungen vieler Airlines, verstärkt auf Zeitarbeit und saisonal befristete Arbeitsverhältnisse zu setzen, passt dennoch nicht jedem Bewerber.

Von: dh, cs
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