Gewissheit über Wrackteil wohl erst kommende Woche

Das auf La Réunion angeschwemmte Flugzeug-Wrackteil stammt wohl von einer Boeing 777. Dieser Maschinentyp war beim mysteriösen Flug MH370 im Einsatz. Jetzt richten sich die Blicke auf Toulouse - dort in der Nähe wird das Fundstück genau unter die Lupe genommen.

Polizisten untersuchen am 29. Juli 2015 ein Teil eines Flugzeugs das bei Saint-André auf der französischen Insel La Réunion angeschwemmt wurde.  - © © dpa - Zinfos974

Polizisten untersuchen am 29. Juli 2015 ein Teil eines Flugzeugs das bei Saint-André auf der französischen Insel La Réunion angeschwemmt wurde. © dpa /Zinfos974

Das Rätsel um das auf der Insel La Réunion angeschwemmte Flugzeug-Wrackteil, ein sogenanntes Flaperon, dürfte erst in der kommenden Woche gelöst sein. Erst dann sei mit Ergebnissen der bei Toulouse geplanten Untersuchung zu rechnen, sagte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag.

Malaysia und Australien sind sich bereits ziemlich sicher, dass das Wrackteil von einer Boeing 777 kommt. So bezog sich die Zeitung "Star" auf den stellvertretenden malaysischen Verkehrsminister Abdul Aziz Kaprawi und zitierte ihn mit den Worten: "Ja, MAS (die Fluggesellschaft Malaysia Airlines) sagte mir, dass die Teile-Nummer auf der Flügelklappe zu einer Boeing 777 gehört."

Suche mit Sonargeräten soll fortgeführt werden

Das Malaysia-Airlines-Flugzeug mit 239 Menschen an Bord war vor mehr als 16 Monaten auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es im südlichen Indischen Ozean abstürzte. Dort koordiniert Australien die Suche mit Sonargeräten. Diese soll fortgeführt werden.

Das nun aufgetauchte Wrackteil soll an diesem Samstag zur Untersuchung in der Nähe von Toulouse eintreffen. Es wird in einem Luftfahrttechnikzentrum des französischen Verteidigungsministeriums begutachtet. Malaysia hatte angekündigt, Vertreter seines Verkehrsministeriums, des MH370-Untersuchungsteams und von Malaysia Airlines nach Toulouse zu schicken. Die Pariser Justiz hat den Fund an sich gezogen, weil La Réunion zu Frankreich gehört.

© dpa, Fazry Ismail Lesen Sie auch: Ein Jahr Ungewissheit

MH370 war am 8. März 2014 vom Radar verschwunden. Das Flugzeug flog noch sieben Stunden nach dem letzten Radarkontakt Richtung Süden, wie automatische Satellitensignale nahelegten. Ermittler gehen bislang davon aus, dass die Maschine abstürzte, als der Treibstoff ausging. Niemand weiß, was an Bord passierte. Die Piloten hatten nie Probleme gemeldet. Zwei Drittel der Passagiere stammten aus China.

Von: gk, dpa

Datum: 31.07.2015 - 15:03

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