Ex-Salzburger Chefkontrolleur verlässt Wirtschaftskammer

09.07.2018 - 08:34 0 Kommentare

Nach einem Streit im Aufsichtsrat des Airport Salzburg verlässt Ex-Chef Bucek das Gremium. Nun legt er ein weiteres Amt nieder und zeigt sich im Begründungsschreiben tief getroffen.

Anton Bucek. - © © privat -

Anton Bucek. © privat

Anton Bucek, langjähriges Aufsichtsratsmitglied und ehemaliger Vorsitzender des Gremiums am Airport Salzburg, ist nach airliners.de-Informationen von allen seinen Ämtern der österreichischen Wirtschaftskammer zurückgetreten. Auslöser war ein offener Machtkampf zwischen Bucek und dem heutigen Chefkontrolleur Christian Stöckl.

Stöckl warf Bucek vor einigen Wochen vor, viele Entscheidungen nur aus persönlichem Vorteil getroffen zu haben. Die Route Salzburg-Paris soll er beispielsweise nur deshalb am österreichischen Airport etabliert haben, weil seine Tochter in der französischen Hauptstadt wohnt.

Zur Begründung seiner Amtsniederlegung schreibt Bucek nun in einem Brief an Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer: "Nachdem der in Personalunion brutal autokratisch agierende derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Christian Stöckl mich als 'frustrierten alten Mann' denunziert hat, und mich aus dem Aufsichtsratsgremium hinaus warf, bin ich meiner passiven Wählbarkeit für Funktionen in der Wirtschaftskammer beraubt worden." Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor.

Platz "durch Marionette Stöckls ersetzt"

Der Streit zwischen Bucek und Stöckl eskalierte an einer Diskussion über die Rentabilität einer Verbindung: "Ich habe mir erlaubt, die Einsicht in einen vermutlich äußert dilettantischen Vertrag mit einer Airline für den Aufsichtsrat zu verlangen, was mit fadenscheinigem Desinteresse vom Vorsitzenden ignoriert und verhindert wurde", so Bucek. Die Einsicht habe er schließlich per Beschluss erzwungen. "Daraufhin wurde meine Entfernung aus dem Aufsichtsrat vom Vorsitzenden medial lanciert." Sein Platz im Kontrollgremium wurde "durch eine Marionette Stöckls besetzt".

Auf Grund dieser Entwicklung bin ich schweren Herzens gezwungen, mit sofortiger Wirkung von allen meinen Kammerfunktionen zurück zu treten.

Anton Bucek, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafen Salzburg

Wie tief der Gräul bei Bucek sitzen muss, zeigt eine Passage des Briefs, in der er einen Nachfolger vorschlägt: "Ich wünsche viel Glück und Erfolg bei der Nachbesetzung." Als Nachfolger in der Berufsgruppe Luftfahrt der Wirtschaftskammer schlägt er "unabgestimmt den Luftfahrunternehmer Roy Knaus vor". Knaus ist Chef von "Heli Austria".

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Die österreichische Wirtschaftskammer hat ihren Sitz in Wien und koordiniert hauptsächlich die Arbeit der regionalen Kammern. Im Mittelpunkt steht die Mitgestaltung der staatlichen Rahmengesetzgebung für die Wirtschaft. Hier für gibt es Interessenvertretungen, Beratungs-, sowie Ausbildungsleistungen für Unternehmer.

© AirTeamImages, Georg Lobendanz Lesen Sie auch: Führungsstreit am Airport Salzburg

Von: cs
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