Ex-Air-Berlin-Tochter offiziell Condor-Schwester

10.12.2018 - 13:54 0 Kommentare

In diesem Jahr ist Condor auf der Mittelstrecke vor allem über die neugegründete Balearics und die ehemalige Air-Berlin-Tochter Aviation gewachsen. Letztere ist nun offiziell Teil des Thomas-Cook-Konzerns.

Die ehemalige Niki-A321 mit der Registrierung OE-LCC fliegt inzwischen als D-ATCA im Condor-Liniendienst. - © © AirTeamImages.com - Georg Lobendanz

Die ehemalige Niki-A321 mit der Registrierung OE-LCC fliegt inzwischen als D-ATCA im Condor-Liniendienst. © AirTeamImages.com /Georg Lobendanz

Die Air-Berlin-Tochter Aviation ist offiziell als Thomas Cook Aviation GmbH beim Amtsgericht Bad Homburg eingetragen. Dies erfuhr airliners.de aus Unternehmenskreisen. Thomas Cook hatte die als Aeronautics gegründete Airline Anfang des Jahres übernommen; im Sommer flog sie bereits mit fünf Maschinen für Condor.

Damit hat neben unter anderem Lufthansa (beziehungsweise Eurowings) und Easyjet auch der zweitgrößte Reisekonzern der Welt an der Aufteilung der insolventen Air Berlin Teil gehabt. Dadurch konnten im abgelaufenen Jahr eine Million mehr Fluggäste transportiert werden, konstatiert Thomas-Cook-Airline-Chef Christoph Debus: "Unser Fokus lag ganz klar auf Wachstum", sagte er zu airliners.de.

"Inklusive der Wachstumsschmerzen durch bekannte Probleme, mit denen alle Airlines zu kämpfen hatten." Im kommenden Jahr werde der Fokus daher auf der "reibungslosen Operation" liegen. "Wir wollen ein optimales Kundenerlebnis inklusive der höchstmöglichen Pünktlichkeit am Markt platzieren."

Debus: "Einzelplatzgeschäft wird immer wichtiger"

Wie sehr die Cook-Airlines inzwischen am Markt etabliert sind, zeigten vor allem zwei Werte, so Debus. "Das Einzelplatzgeschäft wird immer wichtiger", konstatiert auch Debus und konkretisiert: "Der Anteil ist um zwei Punkte auf 36 Prozent gestiegen." Das Geschäft mit Drittanbietern außerhalb des eigenen Konzerns sogar um drei Punkte (19 Prozent).

Im vergangenen Jahr steigerten die Cook-Airlines ihren Gewinn um 37 Prozent auf 146 Millionen Euro - ganz anders als der Reisekonzern insgesamt: Thomas Cook meldete für das Ende September ausgelaufene Geschäftsjahr ein Nachsteuerergebnis von minus 184 Millionen Euro - nach zehn Millionen Plus im Vorjahr.

Mit den drei Absatzkanälen eigener Veranstalter, Key Account (Drittveranstalter) und Einzelplatzgeschäft können wir unsere Kapazität im Sinne der Profitabilität optimal aussteuern.

Christoph Debus, Chef der Thomas Cook Group Airlines

Auch wenn die eigenen Airlines inzwischen mehr sind als bloße Feeder für die angebotenen Pauschalreisen: Sie machen nach wie vor nur ein Drittel des Gesamtgeschäfts aus. Das bestätigt auch der Blick an den Aktienmarkt. Die Papiere von Thomas Cook verloren in den vergangenen sechs Monaten rund 80 Prozent an Wert.

Wachstum auf der Condor-Mittelstrecke

Dennoch: Das Airline-Geschäft lässt sich immer mehr unabhängig von der Nachfrage beim Mutterkonzern steuern. Einen großen Anteil daran trägt die deutsche Tochter Condor. Ihr Wachstum ließe sich in diesem Jahr vor allem auf Aviation und Balearics zurückführen, so Debus: "Allein im Kurz- und Mittelstreckengeschäft hätten wir das Plus von 32 Prozent nicht ohne die beiden Airlines bewältigen können."

Aviation und Baelearics sind zwar Teil der Thomas Cook Group Airlines (unter anderem Condor und Thomas Cook Airlines UK), agieren aber weiter mit eigenem AOC. Jüngst hatte sich Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann kritisch zu mehreren Genehmigungen innerhalb einer Airline-Marke gezeigt.

Debus konstatiert, dass man nur mit den neuen AOCs das Wachstum des Sommers habe realisierem können. "Wir erhöhen unsere Flexibilität und haben dabei volle Kontrolle über Service, Produkt und Qualität. Da wir in den meisten Bereichen ohnehin mehrere Flugbetriebe managen, ist das operationell kein Problem."

© Thomas Cook, Lesen Sie auch: Condor-Crews stimmen Basen-Aufteilung zu

Im kommenden Jahr konzentriert sich die Kernflotte von Condor auf die vier Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. An den übrigen Standorten (Hannover, Leipzig/Halle und Stuttgart) finden zwar auch "DE"-Flüge statt, allerdings werden sie unter den AOCs von Aviation und Balearics durchgeführt.

Von: cs
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