Eurowings verteidigt Wet-Lease-Einsatz

05.04.2018 - 11:57 0 Kommentare

Nach dem Air-Berlin-Aus müssen Airlines für ihre ambitionierten Wachstumspläne auf Wet-Leases setzen. Das "Markenchaos" verwirrt die Kunden. Eurowings-Chef Dirks verspricht Besserung.

Thorsten Dirks - © © Telefonica -

Thorsten Dirks © Telefonica

Eurowings-Chef Thorsten Dirks verteidigt den Einsatz von Wet-Lease-Partnern und verspricht bis November alle für Eurowings fliegenden Maschinen auf die Standards der Lufthansa-Tochter umzustellen. "Wir gehen davon aus, dass wir die kundenrelevanten Themen weitgehend zum Ende des laufenden Sommerflugplans erledigt haben. Das bedeutet auch, dass immer mehr Flugzeuge mit Eurowings-Lackierung und Eurowings-Produkt an Bord unterwegs sein werden", sagte er dem "Handelsblatt".

Bedingt sind die Leases dadurch, dass alle Airlines nach dem Ausscheiden der Air Berlin in großem Stil wachsen können und auch wollen. "Die riesige Angebotslücke nach dem Aus von Air Berlin ist kurzfristig nur über Wet-Lease-Vereinbarungen zu kompensieren", so Dirks.

Der deutsche Markt
Angaben in Prozent
Lufthansa 34.3
Eurowings 14.8
Ryanair 7.4
Easyjet 5.8
Condor 3.8
Tuifly 2.0
Übrige Airlines 31.9

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten verschiedener Airlines ab deutschen Airports für den laufenden Sommerflugplan. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation

140 Maschinen blieben durch das Aus der Air Berlin Ende Oktober am Boden - Lufthansa hat sich für Eurowings 77 derer über Leasinggeber gesichert oder gar gekauft. Vorwiegend handelt es sich dabei um Airbus-Mittelstreckenjets; hinzu kommen die von der LGW betriebenen Turbopropflugzeuge, die via Betriebsübergang zur Lufthansa-Airline übergingen.

"Wir nehmen nicht jede Airline als Partner"

In der jüngsten Vergangenheit gab es bei Eurowings immer wieder Beschwerden von Kunden, die mit einer anderen Klasse als gebucht befördert worden waren. Dies ist wohl ebenfalls darauf zurückzuführen, dass Eurowings aktuell auf viele Wet-Lease-Partner setzt: Czech Airlines, Lauda Motion, Privat Air, Tui Air Nederlands und Tuifly Dazu kommen Eurowings Europe, Germanwings und LGW sowie auf der Langstrecke die Kooperationen mit Brussels und Sun Express.

Da die Carrier mit eigenen Maschinen und Crews für Eurowings unterwegs sind, passt das Erscheinungsbild oft nicht zu jenem der Lufthansa-Billigtochter. Dieses "Markenchaos" verwirre die Kunden, gibt auch Dirks zu.

Vorwürfe, dass die für Eurowings fliegenden Carrier nicht den Qualitätsansprüchen der Lufthansa-Low-Cost-Tochter genügten, weist Dirks von sich: Jede Partner-Airline, die für uns fliegt, ist nach strengsten Lufthansa-Group-Vorschriften sicherheitsgeprüft und erfüllt unsere Qualitätsstandards - wir nehmen nicht jede Fluggesellschaft als Partner."

Mit dem großen Einsatz von Wet-Leases ist Eurowings aber nicht allein. Auch Easyjet muss im Sommer auf die Dienste anderer Airlines zurückgreifen. Die Briten steuern nach der Pleite des dortigen Homecarriers Air Berlin auch den Flughafen Tegel an. Bis die Basis Ende des Sommers mit 25 eigenen Maschinen bestückt ist, fliegen andere Maschinen im Wet-Lease:

Easyjet in Berlin-Tegel in diesem Jahr
Wet-Lease Easyjet
Jan 12 2
Feb 12 3
März 12 5
April 14 6
Mai 13 7
Juni 13 10
Juli 11 14
Aug 3 22
Sep 3 22
Okt 3 22
Nov 0 25

Die Grafik zeigt das Engagement von Easyjet am Flughafen Berlin-Tegel in den Monaten Januar bis November 2018 im Verhältnis zu im Wet-Lease geflogenen Maschinen für den Billigflieger im gleichen Zeitraum.Quelle: Easyjet

Von: cs
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