Eurowings reagiert auf Veto von Pilotengewerkschaft

07.11.2017 - 16:46 0 Kommentare

Nach dem überraschenden Aus für einen neuen Piloten-Tarifvertrag bei Eurowings, kündigt die Lufthansa-Tochter wie erwartet an, neue Piloten bei der österreichischen Tochter einzustellen.

A320 der Eurowings Europe. - © © AirTeamImages.com - Paul Marais-Hayer

A320 der Eurowings Europe. © AirTeamImages.com /Paul Marais-Hayer

Nach den gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Vereinigung Cockpit will Eurowings neue Piloten nun ausschließlich bei ihrer österreichischen Tochter Eurowings Europe einstellen. Für an deutschen Standorten eingesetztes Personal sollen dabei die deutschen Tarifbedingungen gelten, bekräftigten die beiden Geschäftsführer Michael Knitter und Jörg Beißel.

Für die 2015 in Wien gegründete Eurowings Europe, die inzwischen auch erste Jets in München betreibt, existiert bislang kein Tarifvertrag mit der dort zuständigen Gewerkschaft Vida. Das Entgeltniveau liegt unterhalb der deutschen Eurowings GmbH.

VC pocht auf Betriebsübergang

Am Montag hatte die Vereinigung Cockpit (VC) eine bereits ausverhandelte Vereinbarung zu den Einstellungsbedingungen für neue Piloten der deutschen Eurowings GmbH überraschend vom Tisch gezogen. Damit sollte der individuelle Übergang von Air-Berlin-Piloten zur Eurowings geregelt werden. Der VC-Vorstand warf der Lufthansa-Tochter vor, bei der Air-Berlin-Insolvenz einen regulären Betriebsübergang umgehen zu wollen, bei dem die Arbeitsbedingungen des Personals unverändert geblieben wären.

© dpa, Alexander Heinl Lesen Sie auch: Das längst überfällige Veto Analyse

Das hat auch Auswirkungen auf neue Flugbegleiter der Eurowings, die nun ebenfalls in Österreich und nicht wie bislang geplant bei der deutschen Gesellschaft angestellt werden sollen. Auch für sie sollen deutsche Tarifbedingungen gelten. Bei den Piloteneinstellungen erwartet Eurowings leichte Verzögerungen, weil nun nur noch in einen statt in zwei Betriebe einegstellt werden könne. Das geplante Wachstum auf 210 Flugzeuge im kommenden Sommer sei aber nicht gefährdet.

Von: cs, dpa
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