Eurowings will in Digitalisierung investieren

25.01.2018 - 08:41 0 Kommentare

Mehr Online-Vertrieb, bessere Funktionen für mobile Nutzer: Der Billigflieger Eurowings will die Digitalisierung in diesem Jahr vorantreiben. Auch das Internet an Bord soll endlich in Gang kommen.

Entertainment-System auf einem Eurowings-Flug - © © Eurowings -

Entertainment-System auf einem Eurowings-Flug © Eurowings

Eurowings will das digitale Zukunftsprogramm "Make my way" in diesem Jahr ausbauen. Wie eine Sprecherin gegenüber airliners.de erklärt, sollen die Investitionen dafür noch einmal deutlich erhöht werden. Vorgesehen sei etwa ein "hoher einstelliger Millionenbetrag" für die mobile Ausrichtung der Airline-Website. "Und das ist erst der Anfang."

Ziel ist es, die Plattform Eurowings.de für den wachsenden Anteil mobiler Nutzer zugänglicher zu machen. Unter anderem sollen Reisen mit nur einem Klick gebucht werden können.

Eine Milliarde Euro Online-Umsatz

Schon jetzt sieht sich Eurowings als "eine der größten Digitalplattformen Deutschlands". Nach Unternehmensangaben wurde im vergangenen Jahr mit Flugverkäufen auf der eigenen Website erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielt. Zum Vergleich: Amazon als Marktführer im Online-Handel meldete für 2016 einen Deutschland-Umsatz von umgerechnet 11,6 Milliarden Euro.

Bereits in den kommenden Wochen will Eurowings auch den Internet-Service an Bord ausweiten. Das Angebot namens "Wings Connect" werde bis Ende März auf 70 Flugzeugen verfügbar sein, kündigt die Sprecherin an. Derzeit umfassen die verschiedenen Flotten unter der Marke Eurowings rund 170 Flugzeuge.

Internet an Bord kommt verspätet

Auf den Eurowings-Langstreckenflügen können die Passagiere nach Unternehmensangaben bereits seit Ende 2015 online gehen. Auf den Kurz- und Mittelstrecken dagegen sei der Service bislang nur auf einigen Flugzeugen in der Testphase.

Offenbar verzögerte sich die Einführung: Ursprünglich hatte Eurowings angekündigt, bis Mitte 2017 schon 69 Flugzeuge mit der Technologie des Satellitenanbieters Inmarsat auszustatten. Parallel wurden auch die A320-Flotten bei Lufthansa und Austrian Airlines umgerüstet, nachdem die Lufthansa Group eine zehnjährige Partnerschaft mit Inmarsat vereinbart hatte.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Wie das schnelle Internet ins Flugzeug kommt Hintergrund

Das Thema Digitalisierung hat die Lufthansa Group bereits vor einem Jahr zum Zukunftsprojekt erklärt. Im März 2017 wurden konzernweit Investitionen von 500 Millionen Euro bis 2020 in diesem Bereich angekündigt.

Bei Eurowings forcierte der neue Vorstandschef Thorsten Dirks die "Digital-Offensive". Der vorherige Chef von Telefonica Deutschland steht seit Mai an der Spitze der Lufthansa-Tochter und hat sich zum Ziel gesetzt, die technologische Dynamik der Telekommunikationsbranche auf die Luftfahrt zu übertragen.

"Digitales Unternehmen mit angeschlossenen Flugbetrieben"

Dirks will den Lufthansa-Billigflieger zu einem neuartigen Unternehmen machen, wie er jüngst der "Rheinischen Post" sagte: "Eurowings wird in fünf Jahren keine klassische Airline mehr sein, sondern ein digitales Unternehmen mit angeschlossenen Flugbetrieben."

Erste Schritte wurden im vergangenen Jahr bereits umgesetzt: Um das E-Commerce-Geschäft voranzutreiben, legte die Airline eigene Pauschalreiseangebote unter dem Label "Eurowings Holidays" auf. Ein digitales Tool steht seit einem halben Jahr auch Veranstaltern von Tagungen und Events zur Verfügung: Sie können ihre Flugkontingente nun online buchen und verwalten.

&Copy; AirTeam Images, Chris Jilli Lesen Sie auch: So will Eurowings 2018 wachsen Ausblick

Wie beim Internet an Bord profitiert Eurowings auch bei anderen digitalen Angeboten von der Lufthansa Group. So wurde die Zehnerkarte "Flightpass", die der Billigflieger im vergangenen Jahr zeitweise anbot, vom "Lufthansa Innovation Hub" entwickelt. Mittlerweile hat die Konzernschwester Swiss sie ebenfalls eingeführt, während Lufthansa selbst mit dem "Timepass" ein verwandtes Produkt von den Berliner Digitaltüftlern entwickeln ließ.

© airliners.de, Lesen Sie auch: "Wir werden das Amazon des Reisens" Interview mit Ryanair-Marketingchef

Von: pra
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