Eurowings und Ufo erzielen Tarifeinigung

11.09.2017 - 09:12 0 Kommentare

Mitte August schien der Konflikt noch festgefahren, nun liegt ein Kompromiss auf dem Tisch: Eurowings und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo einigen sich auf Eckpunkte im "Tarifvertrag Wachstum" - auch eine mögliche Air-Berlin-Integration wird berücksichtigt.

Eurowings ist die Billigplattform der Lufthansa Group. - © © Lufthansa Group -

Eurowings ist die Billigplattform der Lufthansa Group. © Lufthansa Group

Eurowings und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo haben im aktuellen Tarifstreit einen Kompromiss erzielt. Dies teilten beide Seiten mit. Nun müssten allerdings noch Details vereinbart werden. Erst im August wurde die Schlichtung des Tarifkonflikts für gescheitert erklärt.

Ein von beiden Tarifpartnern unterzeichnetes Eckpunktepapier mit dem Titel "Tarifvertrag Wachstum" umfasst neben Vergütungserhöhungen für alle 1400 Flugbegleiter von Eurowings und Germanwings auch eine Gewinnbeteiligung sowie die Einführung einer arbeitgeberfinanzierten, betrieblichen Altersvorsorge.

Auch Air-Berlin-Personal kann schnell aufgenommen werden

Mit Blick auf eine mögliche Integration von Teilen der insolventen Air Berlin in die Lufthansa Group, ermöglicht die Einigung, kurzfristig externes Kabinenpersonal mit Vorerfahrung zu "fairen und wettbewerbsfähigen Vergütungsbedingungen" einzustellen, so Eurowings.

"Das ist ein wegweisender Schritt vor dem Hintergrund, dass wir bereits mehrere hundert qualifizierte Bewerbungen erhalten haben", sagt Jörg Beißel, Geschäftsführer Personal und Finanzen bei Eurowings. Die stark wachsende Fluglinie hat kürzlich rund 600 Stellen für neue Crewmitglieder bei Eurowings ausgeschrieben und mit entsprechenden Einstellungsgesprächen begonnen.

Ufo spricht von "sehr wichtigem Schritt"

Ufo-Chef Nicoley Baublies lobt den Kompromiss im Gespräch mit airliners.de als "ersten sehr wichtigen Schritt": "Für die Kollegen bei Eurowings bringt der Abschluss wichtige Verbesserungen und Perspektiven, auf die sie lange gewartet haben und für die wir drei Jahre verhandelt haben – für Kollegen, die bisher beispielsweise bei Air Berlin geflogen sind, ist es eine erste Möglichkeit sich umzuorientieren und zwar zu wirklich fairen Konditionen."

Die Gewerkschaft muss die Vereinbarung nun durch die Tarifkommissionen und den Vorstand bestätigen lassen. Anschließend soll das Ergebnis den Gewerkschaftsmitgliedern noch im September zur Urabstimmung vorgelegt werden.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Germanwings-Mitarbeiter noch im Ungewissen

Neben Ufo vertritt auch Verdi die Flugbegleiter bei Eurowings. Beide Gewerkschaften hatten Ende vergangenen Jahres Arbeitsniederlegungen bei Eurowings organisiert. Verdi vereinbarte im Dezember einen neuen Tarifvertrag. Gespräche über einen gewerkschaftsübergreifenden Tarifvertrag für die Eurowings-Flugbegleiter scheiterten jedoch bislang.

Von: cs
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