Eurowings kämpft mit "Scope" gegen Verspätungen

Exklusiv 21.12.2018 - 08:00 0 Kommentare

Zwölf Punkte in vier Bereichen: Eurowings bündelt unter dem Projektnamen "Scope" Maßnahmen gegen die Operations-Probleme des Sommers. Ganz unabhängig von der Mutter Lufthansa ist dies jedoch nicht.

Eurowings ist die Billigplattform der Lufthansa Group. - © © Lufthansa Group -

Eurowings ist die Billigplattform der Lufthansa Group. © Lufthansa Group

Eurowings konkretisiert, mit welchen Maßnahmen die Lufthansa-Billigtochter das Chaos aus diesem Sommer verhindern will. Das sogenannte Programm "Scope" (Sustainable customer oriented process enhancement) umfasst zwölf Punkte, geht aus internen Unterlagen hervor, die unserer Redaktion vorliegen.

Die zwölf Einzelmaßnahmen sind dabei an vier Bereiche angegliedert.

  1. Planung (Ops planning): Optimierung von Netzwerk, Crew und Flottenplanung unter anderem durch Einführung von Puffern und automatisierten Prozessen für mehr Stabilität und Verbesserung der Pünktlichkeit.
  2. Wartung (Maintenance): Verbesserung der Verfügbarkeit von Flotten durch verschiedene Maßnahmen und Vorziehen der Wartungsaktivitäten in den Winter.
  3. Ops Verbesserung (Ops improvement): Stabilere Prozesse für einen reibungslosen Ablauf am Flughafen (zum Beispiel durch verbesserte Übersetzung von Produkt in Prozess, Prozesstreue, Management von Dienstleistern, Optimierung von Umsteigeprozessen in Düsseldorf).
  4. Umgang mit Unregelmäßigkeiten (Ireg handling): Optimierung der Kommunikation mit dem Kunden bei Unregelmäßigkeiten durch dedizierte Verantwortlichkeiten und Arbeitsgruppen um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Eine "schlanke Projektorganisation stelle den Fortschritt der Initiativen sicher und setzt priorisieren Maßnahmen mit um", heißt es in dem Papier. Einige der Punkte seien bereits gestartet.

Eurowings plant weiteres Wachstum

"Scope" soll allerdings nicht nur die aktuelle Performance auf ein gutes Level geben. Für den kommenden Sommer kündigt Eurowings indes weiteres Wachstum an. "Mit dem Programm werden wir dafür sorgen, dass die Pünktlichkeit nachhaltig wird."

Derzeit gebe es bei Eurowings kein Programm, das wichtiger ist, heißt es in dem Papier. "In 'Scope' sind alle Kompetenzen und Fachbereiche vertreten. Die Geschäftsführung arbeitet eng mit dem Programm-Team zusammen.

Unser Ziel ist es, Eurowings zur zuverlässigsten und pünktlichsten Airline in Europa zu machen. Das ist die mit Abstand wichtigste Voraussetzung, um die Kunden wieder langfristig für uns zu gewinnen.

Positionspapier zu "Scope"

Gleichzeitig gliedert sich "Scope" in die "Operational Excellence"-Initiative des kompletten Lufthansa-Konzerns. Denn unter anderem auch Austrian Airlines und Swiss haben eigene Programme aufgelegt, um nicht erneut "unter den widrigen Umständen" im Luftverkehr leiden zu müssen.

Synergien zwischen verschiedenen Initiativen

Allerdings sollen Initiativen wie "Chronos" und "Precise" unter dem Konzern-Dach gebündelt werden und dadurch Synergien aufgetan werden. Denn viele Themen seien bei den Netzwerk-Airlines und Eurowings gleich - beispielsweise die technische Zuverlässigkeit der Flugzeuge.

"In enger Abstimmung entwickeln wir zudem gemeinsame Kennzahlen". Für die Steuerung beispielsweise von Lieferanten wurde der klassische Delay-Code nicht mehr ausreichen.

CEO Dirks äußert sich im Bordmagazin

Wie verheerend die Probleme in der Operations 2018 waren, unterstreicht Eurowings-Chef Thorsten Dirks in der Januar-Ausgabe des Bordmagazins "Wings". Der Text liegt unserer Redaktion bereits vor.

"Wir möchten Sie so sicher, pünktlich und zuverlässig wie möglich an Ihre gewünschten Ziele bringen", schreibt Dirks. Dies sei "der gesamten Luftverkehrsbranche" im Sommer nicht gelungen. Dem "umfangreichen Maßnahmenpaket" sei es zu verdanken, dass seit Beginn des Winterflugplan rund 30.000 Flüge "mit einer Zuverlässigkeit von mehr als 99 Prozent zu Buche stehen".

Sechs Monate nach dem stärksten Wachstumsschub in der Geschichte der Eurowings ist unser Flugbetrieb wieder auf jenem Qualitätsniveau, das Sie zu Recht von uns erwarten können.

Thorsten Dirks, CEO von Eurowings

Die Eurowings-Führung bezeichnete die Schwierigkeiten im Flugbetrieb im Sommer als "Katastrophe". Im gesamten Konzern fielen in den ersten neun Monaten rund 18.000 Flüge aus, konstatierte Kranich-Hubchef Harry Hohmeister kürzlich.

Von: cs
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