Eurowings einigt sich mit Pilotenvertretern

20.12.2017 - 09:08 0 Kommentare

Die Vereinigung Cockpit schließt mit Eurowings den "Tarifvertrag Wachstum" ab. Damit seien nun Bedingungen für Anstellungen ehemaliger Air Berliner geregelt. Doch der VC macht eine andere Gewerkschaft Konkurrenz.

A330 der Eurowings im Hangar. - © © Eurowings -

A330 der Eurowings im Hangar. © Eurowings

Eurowings hat sich mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auf einen "Tarifvertrag Wachstum" geeinigt. Die Vereinbarung enthalte Übergangsregelungen für neueingestellte Cockpitcrews, heißt es in einer Mitteilung der Lufthansa-Billigplattform. Geregelt wird unter anderem auch die tarifliche Einstufung bereits erfahrener Flugzeugführer. Auch wurden die Gehaltstabellen in einem Vergütungsvertrag bis Ende Juni 2021 erhöht.

Damit sind wir jetzt in allen Flugbetrieben der Eurowings - ob bei Eurowings Deutschland oder Eurowings Europe - kurzfristig wachstumsfähig.

Jörg Beißel, Eurowings-Geschäftsführer

Crews können sich ab sofort nicht nur wie bislang bei der Eurowings Europe in Wien, sondern auch beim Flugbetrieb Eurowings Deutschland in Düsseldorf bewerben. In der Spitze müssten bisherige Air-Berlin-Piloten Gehaltseinbußen hinnehmen, räumte ein Sprecher der VC ein. Der Tarifvertrag sei aber besser als ein ungeregelter Übergang.

Auch Verdi verhandelt nun für Piloten

Auch Verdi hat einen eigenen Tarifvertrag mit Eurowings für deren Piloten ausgehandelt. Dies erfuhr airliners.de aus Gewerkschaftskreisen. Bislang hat Verdi ausschließlich Kabinenpersonal von Eurowings vertreten. Die Konditionen des Abschlusses sollen jene des "Tarifvertrags Wachstums" sein, den der Vorstand der VC bislang blockierte.

Ähnliche Kontrakte hat Eurowings bisher schon mit Ufo und Verdi für die Flugbegleiter geschlossen. Dabei geht es darum, dass ehemaliges Personal der Air Berlin bei der Kranich-Airline unterkommen kann.

VC verzichtet auf Sonderkündigungsrecht

Ein Großteil der Eurowings-Piloten ist bislang in der VC organisiert. In deren aktuellen Tarifvertrag ist ein Sonderkündigungsrecht für die Gewerkschaften enthalten. Dieses wird den Arbeitnehmervertretern zugesprochen, sobald Eurowings in Deutschland mehr als 23 Flugzeuge bereedert. Diese "Grenze" nannte Eurowings bislang auch als Grund, Ex-Air-Berlin-Piloten bei der tariflosen Tochter Eurowings Europe in Österreich anstellen zu müssen.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Gewerkschaften und Eurowings nähern sich an

Eurowings rief nach airliners.de-Informationen ihre Piloten nach dem Veto des VC-Vorstands gegen den "Tarifvertrag Wachstum" auf, sich Verdi anzuschließen. Eurowings dementiert dies auf Anfrage.

VC-Vorstand Jörg Handwerg wies im Gespräch mit airliners.de kürzlich daraufhin, dass die Gewerkschaft gegenüber Eurowings in einem Sideletter den Verzicht auf das Sonderkündigungsrecht erklärt hatte und neue Gespräche anstrebe: "Wir verschließen uns keinem Wachstum."

Von: cs
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