Eurowings reduziert München-Langstrecke

Exklusiv 30.01.2019 - 13:35 0 Kommentare

Nur noch sechs Ziele im Sommer: Eurowings fährt das Langstreckenangebot in München herunter. Auch sind weiter nur zwei A330-Jets im Süden eingeplant. Ab Mai sind die Interkontinental-Strecken gar nicht mehr buchbar. Die Airline teilt mit, die Situation neu zu bewerten.

A330-Maschine von Eurowings. - © © AirTeamImages.com - Paul Buchroeder

A330-Maschine von Eurowings. © AirTeamImages.com /Paul Buchroeder

Eurowings reduziert ihr Langstreckenangebot am Flughafen München weiter: Im Sommer werden nur noch Verbindungen zu sechs Zielen (Cancun, Havana, Mauritius, Montego Bay, Punta Cana, Varadero) angeboten, sagte ein Sprecher zu airliners.de. Im Sommer vergangenen Jahres war Eurowings mit zehn Interkontinental-Destinationen an der Isar gestartet.

Im Winter gab es zudem noch Flüge nach Bridgetown. Die Bangkok-Langstrecke in München übernimmt im Sommer wieder Lufthansa. Ab Ende April sind Langstrecken von Eurowings auf der Homepage nur noch als Umsteiger via Düsseldorf buchbar. Laut Flugplandaten wird vom südlichen Airport im Sommer lediglich ein Kuba-Charter von Eurowings angeboten.

Aktuell finde "gemeinsam mit der Lufthansa Group eine Neubewertung des touristischen Langstreckenangebots in München statt". Da dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist, könne man nicht mehr dazu sagen. Nur so viel: "Die Dynamik des Markts führt dazu, dass Eurowings häufig auch außerhalb der 'klassischen Flugplanperioden' Verbindungen aufnimmt oder zusätzliche Frequenzen in den Markt bringt."

"Hauptbuchungszeit im Januar"

Daneben sinkt auch die Anzahl der Jets im Vergleich zum Sommer 2018: von drei auf zwei Jets. Auch im aufkommensschwachen Winter sind nur zwei von Sun Express betriebene A330-Jets am Flughafen München unter "EW"-Code abgehoben. Insgesamt operieren Sun Express und Brussels für Eurowings aktuell elf Langstreckenflugzeuge.

Dass die kommunizierte Langstrecken-Ops mit lediglich zwei A330-Jets zu stemmen wäre, ist laut Experten sehr ambitioniert. Hinzu kommt: "Die Hauptbuchungszeit in der Touristik für den Sommer ist im Januar", so der ehemalige Eurowings-Manager Karl-Friedrich Müller zu airliners.de. Auch die Kontingentvergaben der Veranstalter sei "schon längst gelaufen".

Einen kompletten Rückzug der Eurowings-Langstrecke aus München hält Müller durchaus für möglich, denn: "Das Interkontinental-Geschäft war doch nur da, um Condor vom Lufthansa-Hub zu vertreiben. Das ist geschafft - dann kann Eurowings auch wieder abziehen." Condor fliegt die Langstrecke ab der Isar seit vergangenem Jahr nur noch im Winter.

© FMG, Lesen Sie auch: Condor plant München-Langstrecken-Exit

Es sei schlicht "sehr problematisch, Interkont-Dienste nur auf Basis von Point-to-Point-Verbindungen anzubieten", so Müller. Ein großes Feeder-System habe Eurowings für München nicht aufgebaut. "München als drittgrößte deutsche Stadt hat ein Hub-System - aber eben von Lufthansa", und nur damit würde Langstrecke sinnvoll sein.

Die Formel "Düsseldorf = Eurowings + Frankfurt, München = Lufthansa" geht für Müller auf. "An diesen drei Flughäfen sind die Airlines Marktführer und können sich selbst die Zubringer sicherstellen." Zudem habe Düsseldorf für Eurowings einen ganz klaren Standortvorteil: "Das Catchment ist so gut wie an kaum einem anderen Flughafen in Europa. Dass Eurowings dann offenbar die Langstreckenkräfte auf den NRW-Airport konzentriert, ist verständlich."

Langstrecken-Ops in Düsseldorf

Die Langstrecke von Eurowings war erst im vergangenen Sommer in München gestartet. Seit ihrem Start 2015 hatte sie sich komplett auf den Flughafen Köln/Bonn konzentriert. Doch auch dort verabschiedete sie sich nun - Richtung Düsseldorf. Lufthansa-Chef Carsten Spohr brachte im Herbst 2018 erstmals eine Interkontinental-Operations der Tochter in Frankfurt ins Spiel:

© AirTeamImages.com, Alun Morris Jones Lesen Sie weiter: Eurowings-Langstrecke könnte nach Frankfurt kommen

Von: cs
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