Eurowings bekommt Millionen vom Flughafen Düsseldorf

15.02.2018 - 15:58 0 Kommentare

Eurowings startet künftig mit sieben Langstrecken-Jets in Düsseldorf. Der Flughafen zahlt dafür Millionen-Zuschüsse an die Lufthansa-Tochter - ein ganz normaler Vorgang, wie der Airport betont.

A320-Maschinen der Eurowings stehen am Airport Düsseldorf. - © © AirTeamImages.com - Jan Severijns

A320-Maschinen der Eurowings stehen am Airport Düsseldorf. © AirTeamImages.com /Jan Severijns

Eurowings wird in Düsseldorf zum neuen Homecarrier. Dafür bietet der Flughafen dem Billigflieger einiges an Gegenleistungen. Wie die "Rheinische Post" berichtete, bekommt Eurowings für ihre neuen Langstrecken Zuschüsse in Millionenhöhe.

Demnach zahlt der Airport für jeden abfliegenden Passagier im Interkontinental-Verkehr zehn Euro. Weitere sechs Euro gibt es für einen Umsteigepassagier.

Keine Sonderbehandlung für den neuen Homecarrier

Der Flughafen bestätigt die Zuschüsse, betont allerdings, dass die finanzielle Förderung von neuen Flügen und Kapazitätszuwächsen der offiziellen Entgeltordnung entspreche. Von einer Sonderregelung für Eurowings könne keine Rede sein, betont ein Airport-Sprecher gegenüber airliners.de.

Die aktuelle Entgeltordnung sei im Juni 2017 beschlossen und vom nordrheinwestfälischen Verkehrsministerium genehmigt worden - also vor der Air-Berlin-Pleite, als die Eurowings-Expansion in Düsseldorf in der jetzigen Form noch nicht absehbar gewesen sei.

Eurowings in Düsseldorf

Eurowings will nach eigenen Angaben rund 40 Flugzeuge in Düsseldorf betreiben. Sieben davon werden im Winter Langstrecken-Jets sein, wobei eines formal in Köln/Bonn stationiert bleibt. Die Airline peilt in diesem Jahr eine Zahl von rund fünf Millionen Passagieren in Düsseldorf an, davon rund eine Million auf der Langstrecke.
Die Zahl von fünf Millionen dürfte allerdings sehr gering veranschlagt sein: Damit würde Eurowings gerade mal einen Marktanteil von 20 Prozent in Düsseldorf erreichen, wo vergangenes Jahr 24,6 Millionen Passagiere gezählt wurden. Nach den aktuellen Flugplänen hat Eurowings bereits in diesem Sommer einen Anteil von über 37 Prozent an der Sitzplatzkapazität in Düsseldorf.

Extrawürste wird es für den künftigen Hauptkunden in DUS auch nicht bei der Vergabe der Gates geben, etwa durch einen Flugsteig zur exklusiven Nutzung. "Die Flüge von Eurowings werden wir über alle drei Flugsteige verteilen", erklärt der Airport-Sprecher. Anders sei das Aufkommen angesichts des künftigen Flugangebots der Lufthansa-Tochter auch gar nicht zu bewältigen.

Damit dementiert der Flughafen die Darstellung der "Rheinischen Post", wonach Eurowings den Flugsteig B "praktisch alleine" nutzen soll. "Der Flugsteig wird weiter von allen Airlines genutzt", stellt der Sprecher klar.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Das plant Eurowings mit der Langstrecke

Für die Eurowings-Expansion in Düsseldorf müssen nach Angaben des Flughafens keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden. Denn der Billigflieger fülle ja nur die Kapazitäten, die durch die Air-Berlin-Pleite im vergangenen Jahr weggebrochen seien, erkärt der Sprecher.

Auch im Winter werde es daher nicht eng werden am Airport. "Wir sind dann immer noch auf dem Niveau des vergangenen Jahres - und dann ist auch noch Luft nach oben."

Von: pra
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