Eurowings baut Mallorca-Engagement aus

24.05.2017 - 17:59 0 Kommentare

Eurowings setzt verstärkt auf Mallorca und eröffnet nach dem Rückzug von Air Berlin eine Basis am Flughafen der spanischen Ferieninsel. Das erklärte Ziel: Marktführer in Palma de Mallorca.

Gate-Event zur Eröffnung der Palma-Basis von Eurowings Europe am 24.05.2017.

Gate-Event zur Eröffnung der Palma-Basis von Eurowings Europe am 24.05.2017.
© Eurowings

Gate-Event zur Eröffnung der Palma-Basis von Eurowings Europe.

Gate-Event zur Eröffnung der Palma-Basis von Eurowings Europe.
© Eurowings

Eurowings hat eine Basis am Flughafen Palma eröffnet - das erste Flugzeug wurde nach der Landung mit einer übergroßen Sonnenbrille des Werbepartners Gloryfy geschmückt.

Eurowings hat eine Basis am Flughafen Palma eröffnet - das erste Flugzeug wurde nach der Landung mit einer übergroßen Sonnenbrille des Werbepartners Gloryfy geschmückt.
© airliners.de

Eurowings hat eine Basis am Flughafen von Palma de Mallorca eröffnet. Zu Beginn sind auf Mallorca vier Flugzeuge der österreichischen Eurowings Europe stationiert, bis zum Sommer nächsten Jahres sollen es insgesamt sechs sein, sagte Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner jetzt bei einem Gate-Event am Flughafen Son Sant Joan. Angepeilt werden eine Million Passagiere pro Jahr.

Mallorca ist nach Wien und Salzburg die dritte Basis der österreichischen Eurowings Europe. Die neue Station ist gleichzeitig auch die erste Basis einer Lufthansa-Fluggesellschaft außerhalb ihres jeweiligen Heimatlandes. Mallorca sei "der jüngste Beleg", wie schnell sich Eurowings derzeit "von einer deutschen zu einer europäischen Fluggesellschaft" verändert, so Wagner.

Mit der Eröffnung der Station auf der spanischen Insel baut Eurowings auch das Flugangebot von und nach Mallorca aus. 23 Ziele bediene Eurowings bereits ab Palma, sagte Wagner - 18 davon in Deutschland, vier in Österreich und eines in der Schweiz: "Wir breiten quasi unsere Wings aus", so Wagner. "Wir sind zwar noch nicht Marktführer in Palma, aber wir wollen es werden."

Bis dahin ist es noch ein längerer Weg. Nach der ehemaligen österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki mit rund 16 und Ryanair mit rund 13 Prozent der angebotenen Sitzplatzkapazitäten auf der Insel kommt Eurowings zusammen mit Germanwings derzeit auf rund acht Prozent Marktanteil in Palma:

Angebotene Kapazitäten am Flughafen Son Sant Joan
Sitzplatzkapazitäten in Prozent
Niki 16.1
Ryanair 13.1
Eurowings* 7.6
Easyjet 7.1
Vueling 6.8
Air Europa 5.5
Thomson Airways 4.6
Condor 4.2
Jet2 4
weitere Airlines 31

* = Eurowings inklusive Germanwings. Die Grafik zeigt die von den Airlines angebotenen Sitzplatzkapazitäten am Flughafen Son Sant Joan auf Palma de Mallorca in der ersten Juni-Woche 2017. Der Anteil der restlichen Fluggesellschaften beträgt jeweils weniger als vier Prozent. (Quelle: ch-aviation.com, Stand: 24.05.17)

Nachdem Air Berlin angekündigt hatte, sein Drehkreuz Palma aufzugeben, drängen viele Airlines in den dortigen Markt. So eröffnete beispielsweise Germania vergangene Woche ebenfalls eine Basis am Flughafen Son Sant Joan.

Keine konkreten Pläne für neue Basen

"Mallorca ist Europas Ferieninsel Nummer eins, die auch durch den Rückzug von Wettbewerbern attraktiver geworden ist", sagte Eurowings-Kommunikationschef Matthias Eberle zu airliners.de: "Konkrete Pläne für neue Basen gibt es noch nicht. Aber im Hinblick auf die gesamte Eurowings stehen wir vor großen Herausforderungen." Diese wolle man weiter meistern und das erreichte Qualitätsniveau gleichzeitig stabil halten, sagte Eberle auch mit Blick auf Brussels Airlines. 

Der Lufthansa-Konzern hatte die belgische Airline vergangenes Jahr komplett übernommen. Eine Integration in Eurowings wurde bereits bis 2019 angekündigt. Eberle sagte nun: "Es macht keinen Sinn, bei einer in Belgien sehr renommierten Brussels Airlines den Markenwert zu vernichten. Wie wir konkret mit den Marken verfahren werden, entscheiden wir im kommenden Jahr."

"Auf Augenhöhe mit Ryanair"

Die Integration der von Air Berlin gemieteten Flugzeuge kommt derweil voran. Seit Februar fliegen Maschinen der finanziell angeschlagenen Konkurrentin im Wet-Lease für Eurowings. Laut Wagner sind aktuell 30 Flugzeuge integriert, und es laufe "sehr gut". Inwiefern sich der Deal weiter ausweite, hänge auch von der weiteren Konsolidierung der europäischen Branche ab.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Apropos – die neuen Realitäten im deutschen Luftverkehr

Die Konsolidierung sieht Eurowings ohnehin als Fixpunkt für weiteres Wachstum: "Wir wollen auf Augenhöhe mit anderen Low-Cost-Carriern wie Ryanair sein", sagte Eberle. "Dafür müssen wir auf Kostenseite Hausaufgaben machen, und da sind wir gründlich und schnell."

Von: cs
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