Eurowings soll Ryanair auf Augenhöhe begegnen

15.06.2016 - 14:06 0 Kommentare

Ryanair ist im Billiggeschäft das Maß aller Dinge - also muss sich die Eurowings daran orientieren, sagt der zuständige Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt. Außerdem gibt er zu, dass die Lufthansa eine gewisse Dynamik unterschätzt hat.

Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt ist für die neue Eurowings zuständig. - © © dpa - Oliver Berg

Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt ist für die neue Eurowings zuständig. © dpa /Oliver Berg

Die Lufthansa hat den irischen Konkurrenten Ryanair zum Maßstab für den Aufbau des eigenen Billiggeschäfts erklärt. Das berichtet "Capital" in seiner neuesten Ausgabe (erscheint am 16. Juni). Das Wirtschaftsmagazin beruft sich dabei auf den für Eurowings zuständigen Vorstand Karl Ulrich Garnadt.

"Wir müssen schlicht die Chance haben, direkten Wettbewerbern auf Augenhöhe zu begegnen. Dazu gehört, dass wir auch auf Stationen im Ausland konkurrenzfähig operieren können", wird Garnadt zitiert. "Ansonsten bliebe uns ja nur, das Spielfeld Europa-Verkehr den Ultra-Billigfliegern zu überlassen."

Österreichische Tochter Eurowings Europe ist umstritten

Er äußerte sich außerdem zu der umstrittenen Tochter Eurowings Europe, die in Österreich angesiedelt ist. Diese sei "kein Instrument zur Belästigung deutscher Arbeitnehmer", so Garnadt. Zugleich bestritt er, Mitarbeiter in Deutschland damit unter Druck setzen zu wollen.

Mit der Billigmarke Eurowings reagiert die Lufthansa Group auf die zunehmende Low-Cost-Konkurrenz. "Die Dynamik haben alle in der Branche unterschätzt, auch wir", sagt Garnadt. Geplant ist, die Eurowings hinter Ryanair und Easyjet als Nummer drei in Europa zu etablieren.

Um dabei zu helfen, dieses Ziel zu erreichen, wurde in Österreich die die Eurowings Europe GmbH gegründet. Sie hat bereits im vergangenen November den Betrieb aufgenommen.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Zur Nummer drei in Europa braucht Eurowings noch viel Auftrieb

Deutsche Gewerkschaften hatten das kritisiert. So sprach zum Beispiel die Flugbegleitergewerkschaft Ufo von einer großen Verlockung, "durch Tarifflucht ins Ausland dem Einfluss der deutschen Gewerkschaften zu entkommen".

Zu Jahresbeginn hatte die Eurowings Europe mitgeteilt, innerhalb von zwei Jahren 600 Flugbegleiter und Piloten einstellen zu wollen. Diese sollen aus verschiedenen europäischen Standorten starten. Die Eurowings "ist unsere große Chance, um im Konsolidierungsprozess in Europa eine gestaltende Rolle zu übernehmen, vielleicht die letzte", sagte Garnadt zu "Capital".

Ziel sei es, eine Kundschaft anzusprechen, deren vor allem der billige Preis wichtig ist. Viele seiner Kollegen träumten aber immer noch vom "anspruchsvollen Kunden, der im Smoking in der ersten Klasse sitzt", so Garnadt.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Eurowings Europe erhält österreichische Betriebserlaubnis

Von: ch
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