Gewerkschaften und Eurowings nähern sich an

15.12.2017 - 15:47 0 Kommentare

In Deutschland und Österreich gibt es Annäherungen zwischen Eurowings und den Gewerkschaften. Eurowings Europe will ein neues Tarifangebot vorlegen; hierzulande rückt die VC von ihrem Sonderkündigungsrecht ab.

Rumpf einer Airbus-Maschine von Eurowings: Neue Gespräche mit den Gewerkschaften. Foto: © dpa, Oliver Berg

Eurowings geht auf Gewerkschaften in Deutschland und Österreich zu. So stehen nach airliners.de-Informationen in der Alpenrepublik am kommenden Dienstag (19. Dezember) offizielle Kollektivvertragsverhandlungen zwischen Eurowings Europe und der Gewerkschaft Vida an.

Vida versucht seit fast zwei Jahren, einen entsprechenden Kontrakt beim österreichischen Ableger der Lufthansa-Billigtochter auszuhandeln. Nachdem die Gespräche von Vida zuletzt abgebrochen wurden, wolle Eurowings Europe kommende Woche ein überarbeitetes Angebot machen.

Angebot "zwischen Niki und Austrian"

Aus Gewerkschaftskreisen heißt es, diese sei "besser als Niki, aber schlechter als Austrian". Die Airline wollte das Angebot auf Anfrage nicht öffentlich kommentieren.

Vida-Chef Johannes Schwarcz betont Ergebnisoffenheit: "Wir werden uns das Angebot genau anschauen und anschließend entscheiden, wie wir damit umgehen", sagte er zu airliners.de. Nach dem Scheitern der bisherigen Verhandlungen vermittelte Anfang November die österreichische Wirtschaftskammer; danach hatte es bereits ein inoffizielles Treffen zwischen Eurowings Europe und Vida gegeben.

Neuer Anlauf in Deutschland?

Und auch in Deutschland zeichnet sich ein Fortschritt in den Verhandlungen zwischen Eurowings und den Pilotenvertretern der Vereinigung Cockpit (VC) ab. VC-Vorstand Jörg Handwerg sagte zu airliners.de, dass die Gewerkschaft "keine Vereinbarung über Wachstum grundsätzlich ablehne".

Zuletzt waren Verhandlungen zwischen Eurowings und VC über einen "Tarifvertrag Wachstum" am Veto des Gewerkschaftsvorstands gescheitert. Airline-Geschäftsführer Michael Knitter sprach noch vor einer Woche anlässlich der ersten Airbus-Einflottung bei LGW davon, dass die Gespräche mit der VC "beendet sind".

VC verzichtet auf Sonderkündigungsrecht

Handwerg widerspricht dem im Gespräch mit airliners.de: "Der Vorstand hat lediglich klar gemacht, dass er die von der Tarifkommission ausgehandelten Bedingungen des Kontrakts nicht mittragen will." Man habe Eurowings aber auch schriftlich mitgeteilt, dass man auf das ausgerufene Sonderkündigungsrecht verzichte und wieder an den Verhandlungstisch wolle.

Im aktuell gültigen Tarifvertrag ist geregelt, dass die VC den Kontrakt vorzeitig auflösen kann, sollte Eurowings mehr als 23 Maschinen bereedern. Da dies aktuell bereits der Fall ist und bislang keine neue Einigung mit der VC erzielt werden konnte, wolle Eurowing ehemalige Piloten von Air Berlin bei der Eurowings Europe anstellen.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Air-Berlin-Mitarbeiter bei Eurowings: In die (Tarif-) Flucht geschlagen Aviation Management

Von: cs
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