Eurowings will abseits von Frankfurt wachsen

14.07.2017 - 11:24 0 Kommentare

Eurowings will doch nicht ab Frankfurt starten. Stattdessen setzt der Lufthansa-Billigflieger auf andere Flughäfen. Bald soll die Eurowings-Flotte 100 Maschinen umfassen. Viele davon kommen von einer anderen Airline.

Check-In-Schalter der Eurowings im Flughafen Düsseldorf. - © © dpa - Marcel Kusch

Check-In-Schalter der Eurowings im Flughafen Düsseldorf. © dpa /Marcel Kusch

Die Lufthansa-Billigtochter Eurowings nimmt trotz winkender Rabatte am Frankfurter Flughafen noch keinen Kurs auf Deutschlands größten Airport. "Im Moment ist es für uns kein Thema, nach Frankfurt zu gehen", sagte Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner jetzt in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Lufthansa hatte zuvor des öfteren öffentlich über die Option gesprochen, Eurowings auch in Frankfurt einzusetzen. Zuletzt war von Sommer 2018 die Rede. Gleichzeitig hatte sich die Airline monatelang mit Fraport über ein Gebührenmodell gestritten, durch das Neukunden wie beispielsweise Ryanair Rabatte bekommen.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa verlegt fünf A380 von Frankfurt nach München

Frankfurt sei schlicht zu teuer, führte Wagner nun aus. "Man muss ja immer Standorte miteinander vergleichen. Frankfurt ist ein teurer Flughafen, und wir haben an anderen Flughäfen bessere Bedingungen." Daher fokussiere Eurowings derzeit eher auf andere Flughäfen.

Angebotsverteilung an den größten deutschen Flughäfen
Eurowings inkl. Germanwings (in %) Lufthansa (in %) Sonstige (in %) Air Berlin inkl. Niki (in %)
Frankfurt 0 63 35.8 1.2
München 3 53 36.6 7.4
Düsseldorf 27 5.1 67.9 27
Berlin (TXL/SXF) 8.1 7.2 53.9 30.8
Hamburg 25.1 13.4 53.3 8.2
Köln/Bonn 45.9 4.4 36.6 13.1
Stuttgart 37.5 4.6 46.1 11.8

Diese Grafik zeigt die Angebotsverteilung an den deutschen Verkehrsflughäfen mit mehr als zehn Millionen Passaigeren pro Jahr. Die Daten beziehen sich auf den August 2017. Quelle: ch-aviation/OAG, Stand: 14. Juli 2017

Mittlerweile sei man Marktführer an vier großen deutschen Flughäfen, teilte Eurowings nun mit. Neben dem Heimatstandort Köln/Bonn sowie Stuttgart sie dies nun auch in Hamburg und Düsseldorf der Fall. Diese Position werde man "gezielt weiter ausbauen, auch über Deutschland hinaus", so der Manager.

In den vergangenen Monaten hatten Eurowings und Eurowings Europe in München, Palma de Mallorca und Salzburg neue Basen eröffnet. In Hamburg und Düsseldorf war das Sitzplatzangebot zuletzt vor allem durch eine Umflottung von Regionaljets auf Airbus-Maschinen stark gestiegen.

Eurowings-Kapazitäten wachsen vor allem durch Air Berlin

Das Kapazitätswachstum bei Eurowings ist vor allem durch die Anmietung von Jets der kriselnden Fluglinie Air Berlin möglich. 30 Airbus-Mittelstreckenjets samt Besatzung von Air Berlin seien inzwischen für Eurowings unterwegs, sagte Wagner. Bis zum nächsten Jahr sollen es 33 werden. Allerdings ersetzen bis zu 20 davon ältere Maschinen aus dem Bestand der für Eurowings fliegenden Lufthansa-Tochter Germanwings, die dadurch immer kleiner wird.

Zum Jahresende soll die Eurowings-Flotte gut 100 Maschinen umfassen. Darunter sind - wie schon bisher - sechs Langstreckenmaschinen vom Typ Airbus A330. Ab dem kommenden Sommer, wenn die siebte A330 hinzukommt, starten drei davon von München aus. Über einen möglichen weiteren Ausbau der Langstreckenflotte will Eurowings laut Wagner frühestens 2018 entscheiden.

Unterdessen rechnet der Eurowings-Chef für den Sommer mit einer guten Geschäftsentwicklung. Die Buchungszahlen lägen erheblich höher als vor einem Jahr. "Wir sind mit der Preisentwicklung wirklich zufrieden." Eine Gewinnprognose für 2017 gab Wagner auf Nachfrage nicht ab. Allerdings werde sich die Preisentwicklung "auch im Ergebnis niederschlagen". Für 2018 peilt Eurowings beim operativen Ergebnis weiterhin die Gewinnschwelle an.

© dpa, Sören Stache Lesen Sie auch: Air Berlin und Brussels kurbeln Lufthansa Group an

Von: dh, dpa
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