Eurowings-Chef Dirks entschuldigt sich

22.06.2018 - 15:08 0 Kommentare

In einem Rundschreiben bezieht Eurowings-Chef Dirks Stellung zu den Verspätungen und Ausfällen der vergangenen Wochen. Aber Verantwortung sieht er nicht nur bei Wetter und Flugsicherung.

Thorsten Dirks. - © © Eurowings -

Thorsten Dirks. © Eurowings

Eurowings-Chef Thorsten Dirks entschuldigt sich in einem Rundschreiben für die "Flugplanänderungen, Flugausfälle oder Verspätungen" der vergangenen Woche. Gleichzeitig legt er die Gründe für die Operations-Probleme offen.

So habe man in den vergangenen Woche mehr als 70 Flugzeuge umregistrieren müssen, die bislang die inzwischen insolvente Air Berlin geflogen war: "Unsere Mannschaft arbeitet tagtäglich hart daran, dass wir die Kapazitätslücke schnellstmöglich schließen."

Eurowings hat ihr Angebot nach dem Ende der Air Berlin massiv ausgebaut und war zwischenzeitlich zum Marktführer an vielen Airports aufgestiegen. Von der insolventen Konkurrentin übernahm die Lufthansa-Billigplattform nicht nur die Regionaltochter LGW, sondern flottete auch rund 80 der rot-weißen Maschinen ein.

"Wir sind auch unzufrieden"

In der vergangenen Wochen hatte Dirks viele Performance-Probleme noch auf Wetter und ATC-Streiks zurückgeführt. Nun sagt er: "Unabhängig davon, ob die Probleme der vergangenen Wochen auf interne oder externe Faktoren zurückzuführen sind: Wir haben nicht immer die Qualität erbracht, die Sie von uns erwarten und wie wir sie auch von uns selbst fordern."

Sie sind zu Recht unzufrieden und wir sind es auch.

Thorsten Dirks, Chef von Eurowings

Das Wetter und die Probleme mit der Flugsicherung macht Dirks zwar immer noch verantwortlich für viele Einschränkungen im Flugplan. Doch erklärt er die Probleme der vergangenen Woche nun auch mit dem Wegfall der Air Berlin und dem massiven Kapazitätsausbau.

© airliners.de, Karl Born, Lesen Sie auch: Bei Eurowings wüten die Blitze Die Born-Ansage (88)

Für die Zukunft verspricht Dirks deutlich weniger Probleme: Bis Ende Juli "wird der aufwändige Transfer ehemaliger Air-Berlin-Flugzeuge abgeschlossen sein. Seien Sie versichert, dass wir Ihre Verärgerung verstehen und dass wir alles dafür tun, damit so schnell wie möglich wieder ein hohes Maß an Normalität am Himmel über Deutschland einkehrt."

Dazu gehöre laut Dirks auch, dass man als Branche "unseren Einfluss auf Behörden und Politik maximal geltend" mache. Umgekehrt hat die Politik bereits auf viele Verspätungen reagiert: So hat NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) einige Airlines in Düsseldorf (unter anderem auch Eurowings) zum Rapport einbestellt.

Protest aus den Reisebüros

Neben verärgerten Fluggästen machen nun auch Reisebüros ihrem Unmut über Eurowings Luft. Am Donnerstag schickten mehr als 130 Büros Protestbriefe an die Geschäftsführung der Airline, in denen sie sich über die seit Monaten häufenden Änderungen von gebuchten Flügen beschwerten.

"Wir sind nicht mehr bereit, den Unmut unserer Kunden über gehäufte Flugzeiten- und Flughafenänderungen alleine und auf unsere Kosten zu tragen", heißt es in den Schreiben. Die Reisebüros forderten ultimative eine finanzielle Entschädigung und drohten mit einem Verkaufsboykott.

Von: cs, pra
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