Eurowings: Brauchen höhere Preise für Westküsten-Flüge

31.12.2018 - 12:01 0 Kommentare

85 Prozent der Eurowings-Langstrecke geht über Düsseldorf. Dort machen USA-Ziele den Großteil aus. Allerdings meidet die Airline die Westküste - aus einem guten Grund, erklärt CEO Dirks.

Thorsten Dirks. - © © Eurowings -

Thorsten Dirks. © Eurowings

Eurowings bezieht in der Diskussion um Flüge zur US-Westküste klar Stellung: "Die US-Westküste ab Düsseldorf ist mit Blick auf Entfernung und Produktivität schwieriger, dafür müssten wir ein entsprechend höheres Preisniveau erzielen", sagte Eurowings-Chef Thorsten Dirks im Interview mit der "Rheinischen Post". Die Lufthansa-Billigplattform bietet vom NRW-Airport aus aktuell elf Direktverbindungen nach Nordamerika an.

Darunter New York und Ziele in Kuba oder der Dominikanischen Republik. Ehemalige Air-Berlin-Ziele wie Las Vegas oder Los Angeles fliegt Eurowings ab Düsseldorf hingegen aktuell nicht an. "Die Ostküste der USA liegt von der Entfernung noch so, dass wir einmal am Tag hin und zurück fliegen und Flugzeuge entsprechend produktiv einsetzen können", so Dirks. Weiterflüge zu anderen US-Zielen seien mit den Star-Alliance-Partnern möglich.

Wenige Monate nach dem Marktaustritt der Air Berlin war Eurowings in diesem Sommer mit der Langstrecke in Düsseldorf eingestiegen. Seit diesem Winter sind neun Flugzeuge für den interkontinental Verkehr am NRW-Airport stationiert. Daneben operieren zwei A330-Jets von München aus. Laut Flugplandaten entfallen ungefähr 85 Prozent des Interkontinental-Angebots von Eurowings auf Düsseldorf.

Angebot ergänze in München gut das der Lufthansa

Ab dem zweiten Deutschland-Drehkreuz der Mutter Lufthansa, München, bietet Eurowings seit diesem Sommer touristische Langstrecken nach beispielsweise Florida und Mauritius an. "Damit runden wir das Konzern-Portfolio sehr gut ab, da das Angebot der Lufthansa stärker auf Businessziele setzt."

Überlegungen, wonach die touristische Langstrecke auch nach Frankfurt kommen soll, bezeichnete Dirks als "Option, die man prüfe". Ähnliches hatte Konzernchef Carsten Spohr bereits Ende Oktober gesagt. Bislang ist Eurowings auch nicht mit der Kurz- und Mittelstrecke in Frankfurt vertreten.

Höhere Ticketpreise nötig

Indes plädiert Dirks dafür, dass die Ticketpreise wieder steigen. "Fliegen kann in den unteren Buchungsklassen nicht so verrückt günstig bleiben wie zurzeit." Das Jahr 2018 habe die Branche gelehrt, dass nicht noch mehr Quantität im Luftverkehr nötig sei, sondern mehr Qualität.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Eurowings kämpft mit "Scope" gegen Verspätungen

"Wer Flugtickets billiger anbietet als eine kurze Taxifahrt oder eine Parkgebühr am Flughafen kann diese Qualität einfach nicht leisten", sagte Dirks. Er gehe davon aus, dass die Tarifeinigungen bei Ryanair zu einem "Kostenschub" und "perspektivisch zu einer Annäherung der Kostenstrukturen im Wettbewerb" führen werden.

Das halte ich für eine gesunde Entwicklung, die auch im Sinne von Mitarbeitern und Kunden ist.

Thorsten Dirks, Lufthansa-Vorstand und CEO von Eurowings
Von: cs
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