Eurowings stellt erste Air-Berlin-Piloten ein

29.09.2017 - 14:41 0 Kommentare

Die ersten Air-Berlin-Piloten haben bei Eurowings angeheuert. Sie fliegen von Basen in Deutschland, aber in österreichischen Flugzeugen mit österreichischen Arbeitsverträgen. Die Gewerkschaften fühlen sich übergangen.

Die Crew eines Eurowings-Fluges bereitet den Start vor. - © © AirTeamImages.com - Jan Ostrowski

Die Crew eines Eurowings-Fluges bereitet den Start vor. © AirTeamImages.com /Jan Ostrowski

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat die ersten Piloten aus den Reihen der insolventen Air Berlin eingestellt. Eine genaue Zahl nannte das Unternehmen am Freitag nicht.

Bislang habe man annähernd 2000 Bewerbungen von Piloten und Flugbegleitern erhalten. "Die Resonanz auf diese erste Ausschreibungswelle übertrifft all unsere Erwartungen", erklärte Eurowings-Geschäftsführer Michael Knitter.

Der Lufthansa-Billigflieger steht vor einem gewaltigen Wachstumsschub, weil man bis zu 81 Flugzeuge der Air Berlin übernehmen will. Etliche Airbus-Mittelstreckenjets sollen dabei zur österreichischen Tochter Eurowings Europe kommen, werden aber an deutschen Flughäfen stationiert - zuerst in München.

Piloten werden in Österreich angestellt

Die neuen Piloten erhalten allerdings Arbeitsverträge der österreichischen Gesellschaft. Die Tarifbedingungen entsprächen denen der deutschen Eurowings GmbH, versicherte ein Unternehmenssprecher. Insgesamt 25 Flugzeuge würden in Österreich registriert. Darüber hinaus werde LGW neben den 20 Regionalflugzeugen zukünftig 13 Airbus A320 betreiben.

Hintergrund für die Verschiebung nach Österreich ist eine ungekündigte Tarifvereinbarung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, der zufolge die Düsseldorfer Eurowings-Tochter nur maximal 23 Mittelstreckenjets betreiben darf. Damit wollte die Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) die deutschen Arbeitsplätze der Piloten bei der Lufthansa-Kerngesellschaft schützen.

Lufthansa umgehe mit den österreichischen Flugzeugen die deutschen Tarifbedingungen. "Im Vordergrund steht für die Lufthansa offenbar, [...] die gesetzlichen Folgen eines Betriebsübergangs zu umgehen", sagte der VC-Tarifpolitik-Vorsitzende Ingolf Schumacher. Dieser würde Arbeitnehmern wichtige Schutzrechte gewähren. Die Gewerkschaften hatten bei Air Berlin geregelte Betriebsübergänge für das Personal gefordert - am Boden und in der Luft.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Verdi fordert "Rettungsprogramm" für Air-Berlin-Beschäftigte

Die Gehaltstarife der Eurowings Europe liegen allerdings leicht unter denen der deutschen Gesellschaft. Laut Knitter kommen die Bewerbungen aus der ganzen Welt. "Das ist für uns ein klarer Beleg, dass wir sehr attraktive Arbeitsplätze an Bord und am Boden bieten."

Man biete Arbeitsverträge "mit attraktiven, marktfähigen Gehältern" sowie "attraktive Mitarbeiterkonditionen für Kurz- und Langstreckenflüge", so Knitter. Neben "guten Aufstiegschancen in der am schnellsten wachsenden Airline Europas" sei es im Fall der ehemaligen Air-Berlin-Piloten vor allem die "Anerkennung fliegerischer Vorerfahrung", die Bewerber zu Eurowings locke.

© airberlin, Lesen Sie auch: Konkurrenz reißt sich um Air-Berlin-Piloten

Um wechselwillige Piloten einzustellen, holt sich Eurowings allerdings zunächst einmal die schriftliche Erlaubnis, ihre Personalakten bei Air Berlin anzufordern, berichtet die "Rheinische Post". Auch Ergebnisse der luftfahrtpsychologischen Untersuchungen von Air Berlin landen so bei Eurowings.

Von: dh mit dpa
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