Eurowings übernimmt letzten Air-Berlin-Jet

23.08.2018 - 07:29 0 Kommentare

In wenigen Tagen nimmt Eurowings die letzte von 77 ehemaligen Air-Berlin-Maschinen in die Flotte auf. Doch die Phase des Übergangs ist bei der Lufthansa-Tochter wohl längst noch nicht durchgestanden.

Flugzeuge von Air Berlin und Eurowings am Flughafen Düsseldorf. - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Flugzeuge von Air Berlin und Eurowings am Flughafen Düsseldorf. © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Die Integration des Air-Berlin-Erbes ist für Eurowings bald abgeschlossen - zumindest was die Registrierung von Flugzeugen angeht: Am Montag (27. August) wird die letzte Maschine der ehemaligen Konkurrentin in die Flotte aufgenommen.

Nach Eurowings-Angaben ist der Airbus A320 mit der Kennung D-ABDT das 77. Flugzeug, das seit Dezember 2017 integriert wurde. Die Maschine gehört dem Leasing-Unternehmen Magnetar und war zuletzt in Österreich bei der Air-Berlin-Tochter Niki registriert.

77 Flugzeuge in 40 Wochen

Eurowings-Chef Thorsten Dirks bezeichnet die Übernahme der 77 Flugzeuge als Integrationsprojekt, für das es "kein Beispiel in der europäischen Luftfahrt" gebe. "Wir haben in weniger als 40 Wochen einen Großteil der Flugkapazitäten, die durch das Ausscheiden von Air Berlin weggefallen sind, wieder für Millionen Fluggäste bereitgestellt und einen Kollaps des deutschen Luftverkehrs verhindert."

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Übernahme begann vor der Insolvenz

Die Übernahme der Air-Berlin-Flotte begann allerdings nicht erst im Dezember 2017: Schon vor der Insolvenz der Airline waren ab dem Frühjahr 2017 im Rahmen eines Wet-Lease-Abkommens 31 AB-Maschinen für Eurowings beschäftigt und wurden umlackiert. Um den Betrieb abzusichern, übernahm die Lufthansa Group damals schon 20 der Flugzeuge.

Im Zuge der Flottenvergrößerung sind in den Eurowings-Gesellschaften nach Unternehmensangaben 3000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Eurowings ist neben Köln, Düsseldorf und Stuttgart auch in Hamburg, Nürnberg und Hannover zum Marktführer aufgestiegen.

Auch wenn jetzt sämtliche Maschinen aus der früheren Air-Berlin-Gruppe eingeflottet sind, dürften die Integrationsprobleme bei Eurowings noch längst nicht vorbei sein. Dirks stellt in Aussicht, dass die Stabilität im Flugbetrieb weiter gesteigert werden soll. Mit zusätzlichen Flugzeugen und mehr Personal habe man seit Juli die Situation bereits spürbar verbessert.

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Anhaltender Ärger mit den Gewerkschaften

Das meiste Kopfzerbrechen dürften Dirks aber weiterhin die Konflikte mit den Mitarbeitern bescheren: Das komplizierte Konstrukt der Eurowings-Gruppe mit sechs verschiedenen Betreibergesellschaften birgt enormen Zündstoff. Schon seit 2017 ringen die Gewerkschaften mit der Airline-Spitze um einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Mitarbeiter in Deutschland.

Heikel ist auch die Abgrenzung der Tarifverträge von Piloten bei Eurowings, Germanwings und Lufthansa. Aktuell herrscht außerdem große Unsicherheit, wie die Zukunft der ehemaligen Air-Berlin-Tochter LGW in der Eurowings-Gruppe aussehen wird.

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Von: pra
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