So will Eurowings jetzt weiter wachsen

29.09.2016 - 15:25 0 Kommentare

Das Leasinggeschäft zwischen Lufthansa und Air Berlin ist beschlossen. Dadurch soll die Eurowings schnell wachsen. Bei der Integration von Brussels Airlines lässt sich der Konzern mehr Zeit.

Karl Ulrich Garnadt ist Vorstandsmitglied bei Lufthansa und für die Eurowings zuständig. - © © dpa - Oliver Berg

Karl Ulrich Garnadt ist Vorstandsmitglied bei Lufthansa und für die Eurowings zuständig. © dpa /Oliver Berg

Eurowings will durch die Anmietung einer Teilflotte der Air Berlin sowie der Komplettübernahme der Brussels Airlines durch die Lufthansa weiter expandieren.

Nach der Übernahme des Low-Cost-Geschäfts der Germanwings, dem Aufbau der Langstreckenverkehre und der neuen Eurowings in Wien gehe es nun in Stufe drei um den weiteren Ausbau, sagte Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt jetzt in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

"Es ist eine bewegende Zeit für die Eurowings", sagte Garnadt, der seit Januar bei der Lufthansa für die Entwicklung der Billigflug-Geschäfte zuständig ist. Vor allem die Leasingvereinbarung mit Air Berlin erlaube es der Eurowings, nun schnell weiter zu wachsen. Gleichzeitig leiste man "einen substanziellen Beitrag zur Stabilisierung der Air Berlin".

Air-Berlin-Maschinen werden an Eurowings angepasst

Air Berlin erwartet aus dem insgesamt sechs Jahre laufenden Vertrag Einnahmen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Garnardt wollte die Zahl auf Nachfrage nicht bestätigen. Der existierende Vorvertrag über die generellen Rahmenbedingungen basiere auf marktüblichen Konditionen. Im Detail werde aber erst in den kommenden Wochen verhandelt.

© AirTeamImages.com, Rudi Boigelot/Alun Morris Jones, Kollage: a.de Lesen Sie auch: Air Berlin hebt schon bald für Eurowings ab

Fest steht bereits, dass sämtliche Flugzeuge sowohl von innen als von außen komplett an die Eurowings-Marke und das Eurowings-Produkt angepasst werden. Dabei will Lufthansa offenbar einen schnellen Übergang: Alle 35 Maschinen sollen innerhalb weniger Wochen nach Beginn des Sommerflugplans 2017 in das Eurowings-Streckennetz integriert sein.

Eurowings will in München Präsenz zeigen

Dann will der Lufthansa-Billigflieger etwa in München deutlich Position beziehen, so Garnadt. Wo und wie genau die von Air Berlin inklusive Crew angemieteten Flugzeuge eingesetzt werden, entscheide sich aber im Einzelnen erst später. Es gehe bei der Übernahme ohnehin lediglich um die Kapazitäten und keinesfalls über bestimmte Strecken. "Wir machen eine unabhängige Netzwerkplanung."

© AirTeamImages.com, Jan Ostrowski Lesen Sie auch: Lufthansa reagiert mit Eurowings auf Konkurrenz in München

Auch Start und Landerechte an den größeren Flughäfen spielen nach Angaben des Lufthansa-Vorstandes bei der Kapazitätsübernahme keine Rolle. Die Streckenplanung für die zugeleasten Flugzeuge obliege einzig der Lufthansa. "Alles andere ist im Übrigen kartellrechtlich gar nicht möglich", so Garnadt.

Integration von Brussels Airlines dauert noch

Derweil sieht der Manager die Übernahme der Air-Berlin-Kapazitäten durchaus als Beitrag zur Marktkonsolidierung in Europa. Das gelte auch für die Integration der Brussels Airlines ins Eurowings-Netz. Die Ausgestaltung hier sei allerdings noch nicht spruchreif.

Lufthansa hatte am Mittwoch beschlossen, die belgische Fluggesellschaft komplett zu übernehmen. Brussels Airlines bedient derzeit ein umfangreiches Europa-Netz. Gleichzeitig ist die Fluggesellschaft vor allem auch in Afrika stark aufgestellt. Laut Garnadt muss Lufthansa noch analysieren, welche Teile von Brussels unter der Marke Eurowings fliegen. "Für den Kunden sichtbare Veränderungen kommen bei Brussels Airlines daher frühestens ab 2018", sagte er.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa übernimmt Brussels Airlines komplett

Von: dh
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