IATA-Prognose

Europäischen Airlines drohen Millardenverluste

02.10.2012 - 10:07 0 Kommentare

Die IATA hat ihre Luftverkehrsmarktprognose für 2012 veröffentlicht. Demnach boomt der asiatische Markt, während den europäischen Airlines Milliardenverluste vorausgesagt werden.  

Flughafen Manchester - © © AirTeamImages.com -

Flughafen Manchester © AirTeamImages.com

Trotz der Euro-Krise, Konjunkturabkühlung in China und hohen Ölpreisen Passagiere fliegen mehr Menschen als erwartet. Daher können die Fluggesellschaften laut der IATA, dem Weltdachverband der Airlines, 2012 mit deutlich höheren Gewinnen rechnen.

Am Montag hat der Verband die Profitprognose für 2012 aufgrund der verbesserten Airlineperformance um 36 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar (3,2 Mrd. Euro) hochgeschraubt. Die Nettoumsatzrendite steige dennoch dieses Jahr nur von 0,5 auf 0,6 Prozent, fasste IATA-Generaldirektor Tony Tyler die Prognose zusammen. Das sei kein akzeptabler Ertrag.

Für die europäischen Airlines hat die IATA die prognostizierten Ertragszahlen allerdings weiter nach unten korrigiert. So rechnet der Dachverband für dieses Jahr mit 1,2 Milliarden Dollar Verlust - nach einer Prognose von 1,1 Milliarden Dollar Verlust im Juni. Tyler kritisierte die Einbindung der Luftfahrt in den Emissionshandel in Europa und warnte vor einem Handelskrieg mit nicht-europäischen Ländern.

"Staatliche Belastungen haben dazu geführt, dass die europäische Luftfahrt am Boden liegt, während die Branche in aller Welt wächst", kritisierte auch der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Klaus-Peter Siegloch. Eingriffe wie die Luftverkehrsteuer und der Emissionshandel seien schädlich. Weiterhin forderte Siegloch Wettbewerbsbedingungen, welche die deutschen Luftverkehrsunternehmen nicht beeinträchtigen.

Den höchsten Profit soll der asiatische Markt mit 2,3 Milliarden Dollar erzielen. Gleichzeitig prognostiziert die IATA dem amerikanischen Markt den größten Gewinnzuwachs - dessen Prognose wurde um 500 Millionen Dollar auf 1,9 Milliarden Dollar angehoben. Das wäre in der Region sogar mehr als 2011.

Insgesamt sollen in diesem Jahr die Passagierzahlen um 5,3 Prozent steigen - einen halben Prozentpunkt stärker als erwartet. Leider, so Tyler, steigt die Nachfrage nur in der Economy-Klasse, während in der Business- und Ersten Klasse weniger Passagiere erwartet werden. Das Frachtaufkommen schrumpfe, wahrscheinlich um 0,4 Prozent.

Für 2013 seien etwas niedrigere Ölpreise zu erwarten, sagte Tyler - durchschnittlich 105 statt 110 Dollar pro Barrel (je 159 Liter) - daher sei mit Gewinnen von 7,5 Milliarden Dollar zu rechnen.

Von: airliners.de mit Wilde & Partner und dpa
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