Europäische Flughäfen verpflichten sich auf Net-Zero-Emissionen

26.06.2019 - 16:22 0 Kommentare

Rund ein Viertel aller CO2-Emissionen verursacht der globale Verkehr. Eine effektive Reduzierung der Emissionen kann nur in internationaler Übereinkunft gelingen. Die Mitglieder des europäischen Flughafenverbandes versuchen voranzugehen.

Die Vertreter der europäischen Flughäfen freuen sich über ihr Klimaschutzabkommen. - © © Flughafen München GmbH -

Die Vertreter der europäischen Flughäfen freuen sich über ihr Klimaschutzabkommen. © Flughafen München GmbH

194 europäische Flughäfen haben eine Erklärung unterzeichnet, ihre CO2-Emissionen bis 2050 auf netto Null ("net zero") zu senken. Dr. Michael Kerkloh, Münchner Flughafen-Chef und Präsident des europäischen Branchenverbands "Airports Council International Europe", kurz ACI Europe, hat die Inititaive im Rahmen der Generalversammlung im zypriotischen Limassol vorgestellt.

"Das ist ein starkes Bekenntnis zum Klimaschutz. Die europäischen Flughäfen stellen sich damit einer globalen Herausforderung, die internationale Lösungen und die Kooperation aller Staaten erfordert. Sie leisten so ihren Beitrag dazu, die globale Erderwärmung auf plus 1,5 Grad Celsius zu begrenzen", erklärte Kerkloh. Außerdem habe die Generalversammlung einen Aufruf an die Airlines, Flugzeughersteller und Flugsicherungen verabschiedet, gemeinsam einen Plan zur vollständigen Dekarbonisierung des Luftverkehrs zu entwickeln.

Das gemeinsame Versprechen markiere eine wesentliche Verschärfung der angestrebten Klimaschutzziele für die Flughafenbranche, teile auch der Flughafen Düsseldorf mit. Die Frist zur Zielerreichung des Net-Zero-Vorhabens bis 2050 stehe im Einklang mit den neuesten Erkenntnissen des Weltklimarats und der von der Europäischen Kommission festgelegten und vom Rat der Europäischen Union angenommenen Klimastrategie.

ADV: Entwicklung klimaneutraler Kraftstoffe entscheidend

Neben Düsseldorf haben sich im deutschsprachigen Raum auch die Betreiber der Flughäfen in Frankfurt, Dortmund, München, Hamburg, Stuttgart, Wien und Zürich der ACI-Resolution verpflichtet, wie der deutsche Flughafenverband ADV mitteilte. Als Infrastrukturanbieter würden die ADV-Mitglieder ihre Verantwortung ernst nehmen, eine solide CO2-Minderungsstrategie etablieren. Daher habe man sich bereits 2009 auf eine gemeinsame Klimaschutzstrategie verständigt.

Laut dem Verband haben die ADV-Mitgliedsflughäfen ihren CO2-Ausstoß von 2010 bis 2017 bereits um 20 Prozent gesenkt, was einer Reduktion um 37 Prozent pro Passagier entspreche. Bis 2030 solle die Reduzierung 50 Prozent betragen. Jedoch wies ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel darauf hin, dass das weltweite Wachstum des Luftverkehrs auch nach einer globalen Klimaschutzstrategie verlange. Insellösungen könnten keinen wirksamen Klimaschutz hervorbringen.

Aus Beisels Sicht ist es künftig vor allem entscheidend, alternative klimaneutrale Kraftstoffe zu entwickeln und einzusetzen. Hierzu bedürfe es großer finanzieller Anstrengungen: "Diese ohne größere Wettbewerbsverzerrungen umzusetzen, muss das Ziel von Politik und Wirtschaft sein."

Von: dk
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