Briten verschieben Brexit-Votum

10.12.2018 - 16:57 0 Kommentare

Angesichts der Tatsache, dass sie die Abstimmung mit "deutlichem Abstand" verlieren werde, sagt die britische Regierungschefin May das Votum über den Brexit-Deal ab. Tuifly sieht darin keinen Grund, umzuplanen.

Die britische Premierministerin Theresa May. - © © PR - tmay.co.uk

Die britische Premierministerin Theresa May. © PR /tmay.co.uk

Die für Dienstagabend im britischen Unterhaus angesetzte Abstimmung über das Brexit-Abkommen ist verschoben. Sie hätte die Abstimmung mit einem "deutlichen Abstand" verloren, sagte Premierministerin Theresa May bei der finalen Debattenrunde im House of Commons. 100 der rund 300 Abgeordnete ihrer Partei hatten bereits angekündigt, gegen den Deal stimmen zu wollen.

Wann das Votum stattdessen stattfinden wird, ist nicht bekannt. May sagte, sie wolle nun noch einmal mit der EU nachverhandeln. Bei der Ratifizierung durch den europäischen Rat vor zwei Wochen wurde ein Nachverhandeln jedoch ausgeschlossen.

"Das ändert erst einmal nichts"

Die deutsche Tochter des Reisekonzerns Tui, Tuifly, zeigte sich weitestgehend unbeeindruckt von der Wendung. "Das ändert erst einmal nichts an unseren Plänen", sagte ein Sprecher zu airliners.de. Man bereite sich weiter auf alle möglichen Szenarien vor. "Denn keiner weiß, wie der Flugverkehr nach einem No-Deal-Brexit aussieht - da kann es auch noch einmal Zwischenschritte geben."

Am Zeitplan ändere die Entscheidung Mays nichts: "Wir brauchen, um planen zu können, die im Entwurf für das Abkommen niedergeschriebene Übergangszeit." Da der Reisekonzern mehrheitlich in britischer Hand ist, wäre nach einem harten Brexit der Flugplan von Tuifly deutlich beeinflusst.

EuGH erlaubt Exit vom Brexit

In dem Abkommen, über das am Dienstagabend eigentlich abgestimmt werden sollte, war das klare Bekenntnis von Brüssel und London niedergeschrieben, dass man auch nach dem Brexit den Flugverkehr zwischen EU und Großbritannien aufrechthalten will. Weitere Regularien sollten in der 21-monatigen Übergangszeit vereinbart werden.

Sofern es denn zum Brexit kommt. Denn der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am Montagvormittag mitgeteilt, dass Großbritannien - ohne mit den anderen Staaten Rücksprache halten zu müssen - vom Austrittsantrag zurücktreten könnte.

Von: cs
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