EU beschließt neue Vorschriften zur Nachverfolgung von Flugzeugen

18.12.2015 - 10:33 0 Kommentare

Ein Flugzeug muss in Zukunft besser nachverfolgt werden können. Das hat die EU-Kommission beschlossen. Grund für die strengeren Regeln ist das Verschwinden von Flug MH370.

Ein Flugzeug landet. - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Ein Flugzeug landet. © dpa /Fredrik von Erichsen

Als Konsequenz aus dem Verschwinden von Flug MH370 hat die EU neue Vorschriften zur besseren Nachverfolgung von Flugzeugen beschlossen. Die neuen Regeln sollen die "Nachverfolgung europäischer Flugzeuge und die Ortung von Luftfahrzeugen in Not überall auf der Welt verbessern", wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. Sie sollen außerdem dafür sorgen, dass bei einem Unfall über Wasser das Wrack schnell gefunden und die Daten der Flugschreiber rasch wiederhergestellt werden können.

Die neuen Vorschriften, die dann auch für Deutschland gelten und schrittweise umgesetzt werden sollen, sind für alle Flugzeuge mit mehr als 19 Passagieren und einem Gewicht von mehr als 27 Tonnen sowie für Frachtflugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 45,5 Tonnen verbindlich.

Flugschreiber sollen verbessert werden

Neue Flugzeuge müssen laut EU künftig mit "robusten und automatischen Mitteln" ausgerüstet werden, um nach einem Unfall, bei dem das Flugzeug schwer beschädigt wurde, den Absturzort genau bestimmen zu können. So sollen die Flugdatenschreiber verbessert werden, und die Aufzeichnungsdauer des Stimmenrekorders, der die Gespräche und Geräusche im Cockpit und an Bord aufgezeichnet, wird von zwei Stunden auf 25 Stunden erhöht.

Der Malaysia-Airlines-Flug MH370 war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Es wird vermutet, dass das Flugzeug vom Kurs abwich und mit leerem Tank nach stundenlangem Flug in den südlichen Indischen Ozean stürzte.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Airbus arbeitet an auswerfbaren Flugschreibern

Eine Flügelklappe der Maschine wurde im Juli auf der Insel La Réunion angeschwemmt. Als Konsequenz hatte die internationale Staatengemeinschaft im November beschlossen, künftig alle Passagierflugzeuge weltweit per Satellit im Auge zu behalten - und nicht nur auf Radarschirmen.

Von: ch, AFP
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