«Open Skies»-Verhandlungen

EU und USA wollen Luftverkehrsabkommen erweitern

15.05.2008 - 18:24 0 Kommentare

Ab heute verhandeln die EU und die USA wieder über eine weitere Öffnung ihrer Luftverkehrsmärkte. Die USA signalisierten schon vor dem Beginn dieser zweiten «Open Skies»-Verhandlungsrunde ihre Bereitschaft, Barrieren für Airline-Übernahmen abzubauen. Fluggesellschaften aus der EU sollen zudem nach den Vorstellungen der Europäer künftig auch das Recht bekommen, Verbindungen zwischen zwei US-Flughäfen anzubieten.

Im slowenischen Ljubljana starten heute die Verhandlungen über die Vereinfachung grenzüberschreitender Investitionen im Luftverkehrsmarkt. Das US-Verkehrsministerium ließ im Vorfeld verlauten, die USA seien offen für die Lockerung der Übernahmeregeln für amerikanische Fluggesellschaften. US-Verhandlungsführer John Byerly ergänzte, man wolle mit mehr als 60 Staaten eine Liberalisierung vereinbaren.

Die USA hatten bislang mit Verweis auf die nationale Sicherheit darauf bestanden, dass ihre Fluggesellschaften unter amerikanischer Kontrolle bleiben. Aus diesem Grund dürfen europäische Investoren zurzeit zwar bis zu 49,9 Prozent der Anteile erwerben, haben jedoch nur ein auf 25 Prozent beschränktes Stimmrecht.

Nach dem Ende März in Kraft getretenen ersten Teil des Abkommens können Luftfahrtgesellschaften von allen europäischen Flughäfen aus sämtliche Ziele in den USA ansteuern. Die Lufthansa und ihre europäischen Konkurrenten können bisher aber keine Strecken zwischen zwei US-Flughäfen anbieten.

Europa hatte bereits seit längerem derartige Lockerungen gefordert. Der Sonderbeauftragte von US-Präsident George W. Bush, Boydon Gray, warnte am Donnerstag allerdings vor übereilten Erwartungen. Die neuen Regeln würden eher bis 2020 in Kraft treten als bis 2010, sagte er in Brdo.

Sollte bei den Verhandlungen bis November 2010 keine Fortschritte erzielt werden, könnten auch Teile des ersten „Open Skies“-Abkommens wieder rückgängig gemacht werden. Das bereits am 1. April in Kraft getretene Abkommen erlaubt Fluggesellschaften mehr Freiheit bei der Wahl der Flughäfen in den USA und Europa.

Von: airliners.de, AFP
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