Bessere Blackbox: EU-Kommission will neue Flugschreiber einführen

04.08.2015 - 15:15 0 Kommentare

Die EU-Kommission will, dass Flugzeuge und Datenschreiber nach einem Unglück besser gefunden werden. Ein Entwurf sieht dafür leistungsfähigere Flugschreiber vor - aber auch andere Systeme werden vorgeschlagen.

Ein Flugschreiber liegt in der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig.

Ein Flugschreiber liegt in der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig.
© dpa - Julian Stratenschulte

Ein Flugschreiber liegt in der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig.

Ein Flugschreiber liegt in der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig.
© dpa - Julian Stratenschulte

Flugschreiber von Flug QZ8501. Die Air-Asia-Maschine war in Indonesien abgestürzt.

Flugschreiber von Flug QZ8501. Die Air-Asia-Maschine war in Indonesien abgestürzt.
© dpa - Bagus Indahono

Stimmenrekorder der abgestürzten A320 der Germanwings

Stimmenrekorder der abgestürzten A320 der Germanwings
© Bureau d'Enquêtes et d'Analyses (BEA)

Flugzeuge und Datenschreiber sollen nach einem Unglück besser geortet werden können als bisher. Das will die Europäische Kommission umsetzen und hat deshalb eine EU-Verordnung entworfen. Darin heißt es: Die Maschinen müssen "mit robusten und automatisierten Mitteln" ausgerüstet sein, mit denen nach einem Unfall der Ort genau bestimmt werden könne, an dem der Flug endete.

In dem Papier macht die Kommission mehrere Vorschläge. So sollen zum Beispiel die Flugschreiber künftig 90 Tage lang ein Positionssignal senden. Bisher sind es 30 Tage. Eine weitere geplante Regel: Auswerfbare Flugschreiber müssen ein eigenes Notsignal senden. Airbus treibt derzeit das Projekt "deployable flight recorder" weiter voran.

Digital- statt Magnetaufzeichnung

Verbindlich vorgeschrieben werden soll auch, die Daten nicht mehr auf Magnetband oder Magnetdraht aufzuzeichnen, sondern digital. Laut EU-Kommission sollte außerdem die Länge der Aufnahme von bisher zwei auf 25 Stunden verlängert werden. Geplant sei desweiteren eine "sicher befestigte Einrichtung", die eine Unterwasserortung der Maschine möglich machen soll. Der Entwurf sieht auch ein "System zur Erkennung eines anormalen Flugverhaltens" vor.

© dpa, EPA/Michael Reynolds Hintergrund Was speichert eine Blackbox und wie kann sie helfen?

Die Änderungen könnten dabei helfen, künftige Zwischenfälle wie den Absturz von Flug MH370 schneller aufzuklären. Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war mit 239 Menschen an Bord vor mehr als 16 Monaten verschwunden. Sie war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine im Indischen Ozean abgestürzt ist. Erst kürzlich tauchte ein Wrackteil auf, dass von der Maschine stammen könnte.

Der Entwurf sieht vor, dass die Airlines die Änderungen bis zum 1. Januar 2019 durchgeführt haben müssen. Noch sind diese Vorgaben aber nicht verbindlich. Aufgabe der Kommission ist es, Gesetzesvorschläge einzureichen. Diese werden anschließend vom Europäischen Parlament und dem Rat der Fachminister angenommen - oder auch nicht. Die Kommission hat ihren Sitz in Brüssel.

Link zum EU-Dokument

Die EU-Kommission hat die Vorlage online gestellt. Das Dokument hat 14 Seiten und ist hier abrufbar.

Von: ch
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