EU will Mandat für Luftverkehrsverhandlungen mit 21 Staaten

11.01.2016 - 16:32 0 Kommentare

EU-weit einheitliche Luftverkehrsabkommen sind ein zentraler Baustein der neuen europäischen Luftfahrtstrategie von Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Viele denken dabei nur an die Golfstaaten. Der EU geht es aber um mehr.

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc - © © European Union, 2015 - Francois Walschaerts

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc © European Union, 2015 /Francois Walschaerts

Europäische Fluggesellschaften sollen zukünftig besser vor unfairer Konkurrenz aus Drittstaaten geschützt werden. Die EU-Verkehrskommission unter der Leitung von EU-Komissarin Violeta Bulc will dazu eine einheitliche EU-Außenpolitik in Sachen Luftverkehr aufbauen, die unter anderem auf EU-weit gültigen Luftverkehrsvereinbarungen basiert.

Dabei geht es bei Weitem nicht nur um die allseits genannten Golf-Staaten. In Bezug auf die Anfang Dezember vorgestellte EU-Luftverkehrsstrategie befragt die EU-Kommission aktuell die Mitgliedsstaaten und listet eine ganze Reihe von Staaten auf, mit denen sie umfangreiche Verhandlungen beginnen möchte.

Luftverkehrsverhandlungen auf EU-Level werden demnach mit Armenien, China, Mexiko und der Türkei, den Golf-Staaten Bahrain, Katar, Kuwait, dem Oman, Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie den ASEAN-Staaten Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam angestrebt.

Das Ziel der EU-Kommission: Über 70 Prozent aller Passagiere in der EU sollen unter einheitlich verhandelten Bedingungen befördert werden. Aktuell fliegen 60 Prozent der Passagiere zu Bedingungen, die einzelne EU-Mitgliedsstaaten mit den jeweiligen Drittstaaten in bilateralen Verhandlungen ausgehandelt haben – freilich nicht ohne jeweils eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen.

Noch ist vollkommen unklar, inwieweit sich die EU-Mitgliedsländer auf EU-weite Regelungen ihrer bestehenden Abkommen einlassen werden und unter welchen Prämissen. Nichtsdestotrotz sieht die EU die einheitlichen Abkommen als Grundvoraussetzung für die angestrebte EU-Außenpolitik in Sachen Luftverkehr: Diese könne nur im direkten Dialog mit allen Partnern auf EU-Ebene Erfolg haben.

EU-Luftverkehrsvereinbarungen

Bislang gibt es erst wenige EU-weit geregelte Luftverkehrsvereinbarungen mit Drittstaaten:

Bestehende Abkommen: Georgien, Israel, Jordanien, Kanada, Marokko, Moldawien, USA, Westbalkan-Staaten (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien)

Unterschriftsreife Abkommen: Ukraine

Abkommen in Verhandlung: Australien, Aserbaidschan, Brasilien, Libanon, Neuseeland, Tunesien

Quelle: EU-Kommission

Die EU will die Mitgliedsstaaten nun offenbar mit Zahlen überzeugen und belegt ihre Erwartungen für den Luftverkehrsstandort Europa anhand der wenigen EU-weiten Luftverkehrsabkommen, die es bereits heute gibt. So hätten sich die Passagierzahlen nach einem EU-weiten Abkommen drastisch erhöht. Die Anzahl direkt beflogener Routen hätte sich zum Teil sogar verdoppelt.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: Mehr Schutz für europäische Airlines vor Konkurrenz

Von: dh
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