EU genehmigt Lufthansa/LGW-Deal

21.12.2017 - 15:50 0 Kommentare

Die Aufteilung der Air Berlin schreitet voran: Nach Easyjet bekommt nun auch Lufthansa die EU-Genehmigung zur Übernahme einzelner Unternehmensteile - konkret der LGW. Doch es droht bereits eine neue Hürde.

Leitwerke von Eurowings und Air Berlin: Der Kranich kann jetzt LGW integrieren. Foto: © Air Berlin

Die EU-Kommission hat die Übernahme der Air-Berlin-Tochter LGW durch Lufthansa genehmigt. Damit ist die Fusionskontrolle abgeschlossen, teilten die europäischen Wettbewerbshüter mit. Lufthansa hat zudem Zugeständnisse gemacht, auch auf Slots der LGW am Flughafen Düsseldorf zu verzichten.

LGW-Chef Felix Genze sagte im Gespräch mit airliners.de, dass er das Ergebnis aus Brüssel begrüße und sich nun auf die enge Zusammenarbeit mit Eurowings im kommenden Jahr freue.

Flugstreichungen

Nach der geplatzten Übernahme der Niki streicht Eurowings im Winter bundesweit knapp 300 Flüge. Von Januar bis Ende März seien insgesamt 600 Verbindungen von Anpassungen im Flugplan betroffen, sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter. Bei mehr als 300 Flügen würden Passagiere auf andere Verbindungen umgebucht. Die übrigen Flüge müssten gestrichen werden. Passagiere, die einer Umbuchung nicht zustimmen, erhielten ihr Geld zurück. Insgesamt fielen aber weniger als ein Prozent aller Eurowings-Verbindungen aus, sagte der Sprecher. (dpa)

Lufthansa wird nach eigener Mitteilung den Regional-Carrier mit seinen fast 900 Mitarbeitern im Januar für rund 18 Millionen Euro von Air Berlin übernehmen und an ihre Billigplattform Eurowings andocken. Dort soll LGW 13 ehemalige Airbus-Maschinen von Air Berlin auf innereuropäischen Strecken fliegen. Für den insolventen Carrier war LGW vor allem innerdeutsch unterwegs. Gleichzeitig bringt LGW auch 20 Turboprop-Maschinen mit.


Trotz der EU-Genehmigung schlägt Lufthansa noch Gegenwind entgegen - denn es könnte eine Prüfung durch das Bundeskartellamt bevorstehen. Die Behörde hatte bereits angekündigt, aufgrund der gestiegenen Ticketpreise auf innerdeutschen Flügen nach dem OK von der EU eventuell tätig zu werden.

Auf Anfrage von airliners.de hieß es vom Bundeskartellamt, dass man die Sachlage nun noch bewerte und noch keine Entscheidung getroffen habe, ob man ein Hauptprüfungsverfahren einleite.

Genze blickt einem möglichen Verfahren zuversichtlich entgegen: "Wir haben jetzt die Rückendeckung aus Brüssel und sind optimistisch, was eine eventuelle Prüfung durch das Bundeskartellamt angeht."

Niki-Übernahme vorerst geplatzt

Ursprünglich war das Air-Berlin-Paket nach dem Lufthansa griff um einiges größer: So wollte der Kranich auch die österreichische Ferienflugtochter Niki von Air Berlin kaufen.

Sowohl die Übernahme der LGW als auch von Niki waren in Brüssel als ein Deal angemeldet worden. Die Kommission ließ schon vor zwei Wochen durchblicken, dass sie trotz Slot-Zugeständnissen der Lufthansa, den Kauf voraussichtlich nicht in Phase eins genehmigen werde.

Daraufhin trennte Lufthansa Niki aus dem Deal heraus und beendete gleichzeitig das Interesse an dem Ferienflieger. Die österreichische Airline ging daraufhin pleite - am Freitag soll der Öffentlichkeit ein neuer Käufer präsentiert werden.

© Niki, Lesen Sie auch: Das sind die Player im Poker um Niki Überblick

Ebenfalls Teile der Air Berlin übernimmt Easyjet. Die Briten wollen eine Basis mit 25 Flugzeugen am Berliner Airport Tegel nach und nach aufbauen und haben dafür bereits die Genehmigung der EU-Kommission bekommen.

Von: cs
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