EU: Luftfahrtabkommen mit USA kein Widerspruch zu Klimazielen

20.03.2007 - 10:00 0 Kommentare

Brüssel (AFP) - Die Europäische Union sieht in der geplanten Ausweitung des Luftverkehrs mit den USA keinen Widerspruch zu ihren ehrgeizigen Klimazielen. Ein mit Washington ausgehandeltes Luftfahrtabkommen, mit dem allein in den ersten fünf Jahren 26 Millionen Flugreisende zusätzlich den Atlantik überqueren sollen, habe "nicht unbedingt" einen höheren Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) zur Folge, hieß es am Dienstag von Diplomaten in Brüssel. Ein hochrangiger Beamter der EU-Kommission räumte allerdings ein, die Folgen für die Umwelt seien noch nicht absehbar. "Wir haben bisher nur den wirtschaftlichen Nutzen untersucht", sagte er. Die EU hatte sich vor knapp zwei Wochen verpflichtet, den Ausstoß an CO2 bis 2020 um 20 Prozent zu senken.

Die EU-Kommission hatte Anfang März mit den USA nach jahrelangem Tauziehen eine Einigung über das Luftfahrtabkommen namens "Open Skies" erzielt. Damit sollen zahlreiche Hürden im Luftverkehr zwischen der EU und den USA fallen. Die Zahl der Passagiere könnte dann deutlich über den bisherigen Rekordstand von 48,7 Millionen aus dem Jahr 2000 steigen. Dem Abkommen müssen noch die EU-Verkehrsminister zustimmen. Sie beraten am Donnerstag unter Leitung von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Brüssel.

Die Zustimmung des Ministerrats ist noch offen, da Großbritannien eine Ausnahmeregel für den überlasteten Londoner Flughafen Heathrow erreichen will. Die Kommission verspricht sich von der Liberalisierung des Flugverkehrs wirtschaftliche Vorteile von bis zu zwölf Milliarden Euro und die Schaffung von 80.000 Arbeitsplätzen. Auch Flugtickets für Transatlantikflüge sollen günstiger werden.

Von: AFP
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