Einflugverbot für Airlines aus Mosambik

EU legt neue «Schwarze Liste» vor

19.04.2011 - 15:58 0 Kommentare

Die EU-Kommission hat die Liste der Luftfahrtunternehmen, für die in der Europäischen Union ein Flugverbot gilt, aktualisiert. Airlines aus Mosambik dürfen die EU nun nicht mehr ansteuern. Kritik übte Brüssel auch an der deutschen Luftaufsicht.

Boeing 737-200 der LAM Mozambique - © © AirTeamImages.com - Bailey

Boeing 737-200 der LAM Mozambique © AirTeamImages.com /Bailey

Die Europäische Union hat am Dienstag eine Aktualisierung der «Schwarzen Liste» verabschiedet. Die Fluggesellschaften auf dieser Liste dürfen die EU nicht oder nur unter strengen Betriebsbeschränkungen anfliegen.

Im Rahmen der Aktualisierung hat die Kommission ein Einflugverbot für alle Airlines aus dem afrikanischen Land Mosambik verhängt. Zudem wurden Betriebsbeschränkungen für zwei Boeing 767 der Air Madagascar verhängt. In allen Fällen gebe es erhebliche Sicherheitsmängel, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel bei der Vorstellung der «Schwarzen Liste» mit.

Insgesamt enthält die Liste vollständige Betriebsverbote für 269 Airlines aus 20 Staaten, darunter Afghanistan und vornehmlich afrikanische Länder.

Gleichzeitig konnten aber auch Beschränkungen für einige Airlines aufgehoben werden. So wurden die Betriebsuntersagungen für die vier indonesischen Frachtfluggesellschaften Cardig Air, Republic Express, Asia Link und Air Maleo aufgehoben. «Die indonesischen Behörden haben in diesen Fällen robuste Durchsetzungsmaßnahmen ergriffen, um einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten», begründete die Kommission den Schritt. Auch bei der ukrainischen Gesellschaft UMAir habe sich die Sicherheit «nachweislich verbessert», sodass diese Airline nun keinen Betriebsbeschränkungen mehr unterliegt.

Die neue Liste ersetzt die vorangegangene Liste vom November 2010 und soll in Kürze auf der Internetseite der Europäischen Kommission veröffentlicht werden. (Link: «Schwarze Liste» der EU )

Brüssel moniert Schwächen bei deutscher Luftaufsicht

Bei der Flugaufsicht in Deutschland gibt es laut EU-Kommission Schwächen. «Etwas in dem System ist nicht ganz richtig», sagte die Sprecherin von Verkehrskommissar Siim Kallas am Dienstag in Brüssel. Es gehe um einen «Mangel an qualifiziertem Personal» beim Luftfahrtbundesamt (LBA), fügte sie hinzu. Deutschland werde darum wie Spanien wegen ähnlicher Probleme «genau geprüft». Die EU-Kommission werde darüber wachen, dass das notwendige Personal und die Ressourcen für die Sicherheitsstandards vorhanden seien.

Die Probleme in Deutschland wurden laut dem mit der «Schwarzen Liste» verbundenen Bericht dadurch bemerkt, dass mehrere in Deutschland zugelassene Airlines bei Inspektionen auffielen. Die Informationen über die Inspektionen werden bei der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA zentral gesammelt und ausgewertet. Bei den deutschen Airlines habe es eine erhöhte Anzahl von «mehr als einem großen Fund» pro Inspektion gegeben, heißt es in dem Bericht.

Die Analyse der Probleme bei den Airlines habe schließlich auf «Schwächen in der Aufsicht über diese Fluggesellschaften» in Deutschland gewiesen, heißt es in dem Bericht weiter. Kallas' Sprecherin betonte, dass die Probleme kleinere Gesellschaften beträfen, bei den größeren seien die Kontrollen «sehr gut». Der Kommission zufolge will das LBA dem Personalmangel abhelfen, jedoch nicht vor 2012.

Von: dpa, airliners.de, AFP
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