Connie Hedegaard © CC /Simon Wedege
EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard hat der Flugbranche angesichts des Widerstands gegen die EU-Luftfahrt-Abgabe vorgeworfen, beim Klimaschutz keine konstruktive Rolle zu spielen. Der Flugverkehr sei ein Sektor, der es "bisher nicht gewohnt war, zur Lösung beizutragen, anders als etwa die Stahl- und Zementindustrie", sagte Hedegaard der "tageszeitung" vom Mittwoch. Mit Blick auf den Widerstand der Branche gegen den europäischen Emissionshandel im Luftverkehr sagte die Kommissarin: "Da wird eine Regelung bekämpft."
Hedegaard zeigte sich überzeugt, dass Fluggäste auch bereit seien, zugunsten des Klimaschutzes mehr für Flüge zu zahlen. "Ich bin sicher, wenn Sie in einem Flugzeug von Hongkong nach London die Menschen fragen: Findet ihr es fair, für die Verschmutzung durch diesen Flug zwei Euro zu zahlen, würden die meisten zustimmen. Einen Sitzplatz umzubuchen, ist deutlich teurer."
Das Emissionshandelssystem (ETS) gilt seit dem 1. Januar auch für die Luftfahrt. Alle Fluggesellschaften, die in Europa starten oder landen, müssen sogenannte Verschmutzungszertifikate kaufen, die ihren Ausstoß des Klimagases CO2 während der jeweiligen Flüge abdecken. Rund zwei Dutzend Länder liegen mit der EU über das ETS im Streit, darunter China, Russland und die USA. Mitte März wandten sich der Flugzeugbauer Airbus, die Fluggesellschaft Lufthansa und weitere europäische Branchenriesen gegen das System und forderten eine Lösung "auf globaler Ebene".
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