Gemeinsame Verhandlungsmacht

EU-Kommission will Europas Fluglinien stärken

28.09.2012 - 12:32 0 Kommentare

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas will die europäischen Airlines stärken. Im Visier stehen die zunehmend an Bedeutung gewinnenden Märkte im Nahen Osten, Lateinamerika oder Fernost.

Siim Kallas, EU-Verkehrskommissar - © © EU -

Siim Kallas, EU-Verkehrskommissar © EU

Brüssel will die europäischen Fluglinien im internationalen Wettbewerb stärken. Dazu soll die Europäische Union Abkommen zum Beispiel mit den Golfstaaten, Russland, Indien oder China schließen. «Wir müssen unseren Fluggesellschaften Zugang verschaffen zu neuen, schnell wachsenden Märkten», sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, als er die Pläne am Donnerstag in Brüssel vorstellte.

Kallas will die gemeinsame Verhandlungsmacht aller 27 EU-Staaten ausspielen. So sollen europaweite Abkommen mit Drittstaaten bilaterale Vereinbarungen einzelner EU-Länder ersetzen oder ergänzen.

Im Visier hat die EU-Kommission die zunehmend an Bedeutung gewinnenden Märkte im Nahen Osten, Lateinamerika oder Fern-Asien. Fluggesellschaften aus der EU fühlen sich dort derzeit bei der Vergabe von Start- und Landeplätzen sowie bei der Berechnung von Flughafengebühren benachteiligt.

Allein an Russland zahlen Europas Airlines jährlich 320 Millionen Euro an Überfluggebühren. Das Geld fließt in die Taschen der russischen Aeroflot - ein Wettbewerber am Weltmarkt.

Sollten alle Vorschläge umgesetzt werden, brächte das der Luftverkehrsbranche nach Kommissionsangaben einen Schub von zwölf Milliarden Euro im Jahr. Ein Mandat zur Aufnahme von Verhandlungen könnten die EU-Staaten der Kommission frühestens im Frühjahr 2013 erteilen.

Branchenreaktionen

Aus der Branche kamen positive Reaktionen. „Wir begrüßen die Einschätzung der Kommission, dass die europäischen Fluggesellschaften im internationalen Wettbewerb durch Vieles benachteiligt werden“, so Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft heute in Berlin. Nationale Alleingänge wie die deutschen Luftverkehrsteuer würden zu diesen Maßnahmen gehören, die den Wettbewerb zu Lasten der deutschen Airlines verzerren, so Siegloch. Sie müssten deshalb so schnell wie möglich wieder abgeschafft werden.  

„Es liegt jetzt auch an der EU, die Lage für die europäischen Fluggesellschaften zu verbessern und ihrerseits  Wettbewerbsverzerrungen zu beenden. Denn die bisherige Form des europäischen Emissionshandels führt, so der BDL-Präsident, dazu, dass der Wettbewerb zwischen europäischen und außereuropäischen Luftfahrtunternehmen verzerrt wird, weil die meisten großen Luftfahrtnationen außerhalb Europas sich weigern, sich diesem EU-Diktat zu unterwerfen.“ 

Von: dpa
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