EU-Kommission bestätigt Millionen-Bußgeld gegen Luftfrachtkartell

17.03.2017 - 15:38 0 Kommentare

Wegen Preisabsprachen bei Frachtflügen müssen mehrere Airlines jetzt doch ein Bußgeld in Millionenhöhe zahlen. Das hat die EU-Kommission beschlossen. Lufthansa hatte die Verstöße damals gemeldet.

Abfertigung eines Flugzeugs. - © © airliners.de - Gunnar Kruse

Abfertigung eines Flugzeugs. © airliners.de /Gunnar Kruse

Nächste Runde im Streit über Preisabsprachen bei Luftfracht: Nach einer Niederlage vor Gericht vor gut einem Jahr hat die EU-Kommission in einem neuen Beschluss rund 776 Millionen Euro Geldbuße gegen elf Airlines erlassen. Das EU-Gericht habe die vorher erlassene Strafe in ähnlicher Größenordnung nur aus Verfahrensmängeln und nicht aus inhaltlichen Gründen gekippt, sagte jetzt ein Kommissionssprecher.

Das Verfahren kam bereits 2005 auf Grundlage von Informationen der Lufthansa in Gang, der Straffreiheit gewährt wurde. Im November 2010 erließ die Kommission gegen elf andere Luftfracht-Unternehmen - darunter Air France-KLM und British Airwawys - wegen Beteiligung an einem Kartell zunächst Geldbußen von insgesamt gut 799 Millionen Euro. Alle betroffenen Unternehmen bis auf die australische Qantas klagten gegen die Strafen und erreichten Ende 2015 vor dem EU-Gericht, dass sie vorerst nicht zahlen mussten.

Geldbußen liegen diesmal etwas niedriger

Den Fluggesellschaften wird in dem Verfahren vorgeworfen, von 1999 bis 2006 die Kerosin- und Sicherheitszuschläge für Frachtflüge abgesprochen zu haben. Dies soll zulasten von DB Schenker gegangen sein, der Frachttochter der Deutschen Bahn.

"Millionen von Unternehmen hängen von Luftfracht-Dienstleistungen ab", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Die Zusammenarbeit in einem Kartell anstelle eines Wettbewerbs zum Angebot besserer Dienstleistungen für Kunden kann die Kommission nicht hinnehmen." Die Summe der Geldbußen liegt diesmal etwas niedriger, weil der Umsatz als Maßstab bei einem Unternehmen - Martinair - 2016 niedriger war als 2009.

Von: ch, AFP, dpa-AFX
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