EU genehmigt Lauda-Motion-Übernahme

13.07.2018 - 06:40 0 Kommentare

Von 25 auf 75 Prozent will Ryanair ihren Anteil an Lauda Motion aufstocken. Die EU-Kommission genehmigt den Deal nun. Bei Gründer Lauda verbleibt jedoch eine wichtige Minderheit.

Michael O’Leary (links) und Niki Lauda. - © Montage: airliners.de | Fotos: flickr.com/World Travel & Tourism Council, dpa/Helmut Fohringer -

Michael O’Leary (links) und Niki Lauda. Montage: airliners.de | Fotos: flickr.com/World Travel & Tourism Council, dpa/Helmut Fohringer

Die EU-Kommission hat die Übernahme von 75 Prozent an Lauda Motion durch Ryanair genehmigt. Das teilte die Brüsseler Wettbewerbsbehörde nun mit. Sie habe keinerlei Bedenken.

Ryanair hat kurz nach dem Start von Lauda Motion bereits rund 25 Prozent des österreichischen Carriers für rund 50 Millionen Euro erworben. Mit weiteren 50 Millionen Euro unterstützen die Iren den österreichischen Ferienflieger. So heben unter anderem bis zu zehn Maschinen aktuell im Wet-Lease unter "OE"-Flugcode ab - beispielsweise von den Airports Berlin-Tegel und Düsseldorf.

Gesamtüberbahme wird "sehr teuer"

Bei Airline-Chef Niki Lauda verbleibt zunächst die wichtige Sperrminorität von 25 Prozent. In einem Interview sagte er bereits, dass er 2021 auch die übrigen Anteile an die Iren verkaufen könne. Über den genauen Kaufpreis sei man sich noch nicht einig. Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte, dass es aber "sehr teuer" würde.

Die Marke soll zumindest bis dahin weiterbestehen: "Ich habe mich drei Jahre verpflichten müssen, Lauda Motion weiterzuführen. Das war die Forderung", so O'Leary.

Lauda ist im Airline-Business bekannt

Lauda Motion war ursprünglich als Business-Airline von Lauda gegründet worden. Seit diesem Sommer hebt sie, ergänzt um die ehemalige Air-Berlin-Tochter Niki, hauptsächlich zu Sonnenzielen ab. Der Ex-Rennfahrer Lauda hatte Teile der Niki in einem zweiten Insolvenzverfahren Anfang des Jahres für rund 47 Millionen Euro gekauft.

In der Vergangenheit hatte Lauda mehrfach in der Luftverkehrsbranche für Aufsehen gesorgt: Unter anderem gründete er die Charter-Airline Lauda Air sowie die einstige Air-Berlin-Tochter Niki. Sein Business-Flieger Lauda Motion firmiert nun unter dem Titel Lauda Motion Executive.

Ryanair plant Umstrukturierung

Ryanair bekommt durch das Engagement bei Lauda Motion Zugang zu begehrten Slots an koordinierten Airports vor allem in Deutschland. Im nächsten Jahr könnte der Billigflieger, der dann über Lauda Motion verfügt, die Start- und Landerechte ins eigene Portfolio schieben. Flüge unter "FR"-Flugnummer in Tegel oder Düsseldorf sind also durchaus bald denkbar.

© dpa, Herbert Neubauer/APA Lesen Sie auch: Warum Ryanair auf einmal zukauft Analyse

Auch um zur Hauptkonkurrentin Lufthansa, die aktuell vor allem durch Übernahmen wächst, aufzuschließen, diskutiert Ryanair derzeit, sich in eine Holding-Plattform umzustrukturieren. So sollen die Iren neben Lauda Motion auch den finanziell angeschlagenen Billigflieger Norwegian ins Visier genommen haben.

Von: cs
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