Staatliche Beihilfe

EU-Kommission bezweifelt Zulässigkeit von Kredit für Alitalia

24.04.2008 - 18:25 0 Kommentare

Die EU-Kommission hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines 300 Millionen Euro schweren Rettungskredits für die marode italienische Fluggesellschaft Alitalia. Die Kommission halte es für möglich, dass es sich um eine verbotene staatliche Beihilfe handele, sagte ein Sprecher der Kommission am Donnerstag in Brüssel. «Wir sind unsicher, worum es sich wirklich handelt.»

Die italienische Regierung hatte am Mittwoch die Gewährung eines Kredits mitgeteilt und versichert, es handele sich um ein normales marktübliches Darlehen. «Die Informationen, die wir derzeit haben, lassen viele Fragen offen», sagte der Sprecher. Die Kommission werde in den kommenden Tagen offiziell mehr Details über die Art der Finanzhilfe fordern. Eine verbotene staatliche Beihilfe könne beispielsweise auch vorliegen, falls ein Unternehmen einen Kredit bekomme, das auf dem freien Markt nicht mehr als kreditwürdig gilt.

Unterdessen berichteten Gewerkschaften, die von Insolvenz bedrohte Alitalia wolle bis zum Jahresende 37 Verkehrsflugzeuge außer Dienst stellen. Von fünf Frachtmaschinen abgesehen sei das genau die Zahl, die Air France-KLM in einem von den Gewerkschaften abgelehnten Übernahmeplan für Alitalia genannt habe, sagte der Chef der Pilotengewerkschaft Anpac, Fabio Berti, am Donnerstag in Rom. Er nannte dies beunruhigend, zumal der Alitalia-Verwaltungsrat im März den später gescheiterten Übernahmeplan von Air France-KLM gebilligt habe. Nachdem die französisch-niederländische Gruppe am Montag die Verhandlungen abgebrochen hatte, suchen Politik und Wirtschaft in Italien nach einem neuen Rettungsplan für die nationale Alitalia.

Weitere Informationen zum Thema:

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Flugzeuge von Lufthansa und Alitalia in München. Lufthansa soll bei Alitalia nachbessern

    Das Angebot der Lufthansa für Alitalia ist Italiens Wirtschaftsminister zu gering. Gleichzeitig beginnen die Verwalter des maroden Carriers Gespräche mit US-Fonds Cerberus und Easyjet. Denn die Finanzlage ermögliche eine genaue Prüfung der Übernahmeangebote.

    Vom 23.11.2017
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Lufthansa und Alitalia beginnen Verhandlungen

    Lufthansa will die kriselnde Alitalia kaufen - allerdings sollen nur rund 55 Prozent des Personals übernommen werden. Gewerkschaften lehnen die Pläne ab. Ungeachtet dessen haben nun Verhandlungen begonnen.

    Vom 17.11.2017
  • Ein Airbus A320 der Alitalia landet in München. Lufthansa will bis zu 100 Alitalia-Flugzeuge

    Berichten zufolge will Lufthansa groß bei Alitalia einsteigen. Dabei geht es um bis zu 100 Flugzeuge - und das fliegende Personal. Noch diese Woche sollen neue Gespräche stattfinden.

    Vom 14.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus