Nach Brüssel: EU-Kommission beschäftigt sich weiter mit Flughafensicherheit

06.04.2016 - 15:10 0 Kommentare

Mit welchen Maßnahmen soll die Luftfahrtbranche auf die Anschläge am Airport Brüssel reagieren? Damit hat sich jetzt ein Ausschuss der EU-Kommission beschäftigt. Der Flughafenverband ADV begrüßt die Vorschläge.

Ein Bundespolizist sperrt einen Bereich des Frankfurter Flughafens ab. - © © dpa - Boris Roessler

Ein Bundespolizist sperrt einen Bereich des Frankfurter Flughafens ab. © dpa /Boris Roessler

Nach den Terror-Anschlägen in Brüssel hat der Ausschuss der EU-Kommission für die Sicherheit in der Zivilluftfahrt (AVSEC) in einer außerordentlichen Sitzung darüber diskutiert, wie solche Angriffe künftig verhindert werden können. Dabei sprach sich der Ausschuss für "angemessene" Sicherheitsmaßnahmen an europäischen Airports aus, hieß es aus EU-Kreisen.

Die Bedrohungslage müsse vor Ort geprüft und entsprechend den lokalen Gegebenheiten angepasst werden, um potentielle Bedrohungen zu vermeiden. Es sei wichtig, sich über die Sicherheitserfahrungen und -praktiken im landseitigen Bereich der Flughäfen auszutauschen und neue Sicherheitssysteme einzusetzen, hieß es weiter. Der deutsche Flughafenverband ADV teilte mit, der Ausschuss habe sich außerdem gegen eine Kontrolle von Reisenden vor den Terminals ausgesprochen.

EU-Kommission will "keine Überreaktion"

Offizielle Ergebnisse des Ausschusses gibt es noch nicht. Das Thema soll beim Treffen der EU-Verkehrsminister in Amsterdam am 14. April erneut zur Sprache kommen. Bei dem Anschlag am Brüsseler Flughafen Zaventem hatten die Attentäter ihre Bomben mit Koffern in den öffentlich zugänglichen Teil der Abflughalle gebracht und dort detonieren lassen.

Mit seinen Vorschlägen schlug der Ausschuss die gleiche Richtung ein wie EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Die Reaktion auf den Anschlag am Brüsseler Flughafen müsse verhältnismäßig und risikobasiert sein, hatte sie kürzlich gesagt. Ein Sprecher der Brüsseler Behörder ergänzte: Es dürfe bei Sicherheitsmaßnahmen keine Überreaktion geben.

© dpa, O. Berg, Lesen Sie auch: EU-Kommission erwägt Sicherheitskontrollen vor Flughäfen

Letzteres entspricht genau der Haltung der ADV. Folglich begrüßte Geschäftsführer Ralph Beisel die AVSEC-Vorschläge. "Die Anschläge in Brüssel erfordern ein abgestimmtes und glaubwürdiges Handeln von Sicherheitsbehörden, Polizeikräften und Flughafenbetreibern auf EU- und nationaler Ebene", so Beisel.

Der Verband schlägt zum Beispiel vor: Passagieren, die sich einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen, sollte eine beschleunigte Kontrolle (Fast Lane) ermöglicht werden. "Weiterhin sollen Verhaltensauffälligkeiten von Reisenden durch geschulte Luftsicherheitskräfte erfasst werden", hieß es in einer Mitteilung. Verdächtige Personen mit auffälligen Laufwegen oder nervösen Reaktionen könnten durch diese Beobachtungen erfasst werden.

Von: ch
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