EU will Gespräche mit den USA über Laptop-Mitnahme auf Flügen

12.05.2017 - 16:20 0 Kommentare

Für acht muslimische Länder gilt es bereits - nun könnte es auch Flüge aus Europa treffen: Das Laptop-Verbot der US-Regierung. Aus Sicht der EU-Kommission gibt es Redebedarf.

Die EU-Kommission hat ihren Sitz im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. - © © airliners.de - Gunnar Kruse

Die EU-Kommission hat ihren Sitz im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. © airliners.de /Gunnar Kruse

Angesichts der US-Überlegungen für eine Ausweitung des umstrittenen Laptop-Verbots auf Flüge aus Europa hat die EU dringend Gespräche mit Washington gefordert. Die EU-Kommission wolle ein "schnelles Treffen", um mögliche neue Maßnahmen bei der Luftverkehrssicherheit zu besprechen, sagte jetzt ein EU-Vertreter. Sie sollen "sowohl auf technischer als auch auf politischer Ebene" stattfinden.

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos und EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc hatten Anfang der Woche einen Brief an ihre Kollegen in der US-Regierung zu der Frage geschickt, wie ein Kommissionssprecher sagte. Er verwies darauf, dass die USA und die EU "eine lange zurückreichende und fruchtbare Zusammenarbeit" im Bereich der Luftverkehrssicherheit hätten. Die EU wolle diese fortsetzen "und eine gemeinsame Antwort" auf Bedrohungen finden.

Auch Großbritannien hat ein Verbot

Im März hatte die US-Regierung neue Regeln erlassen, wonach Flugreisende auf Nonstop-Flügen aus acht muslimischen Ländern größere elektronische Geräte nicht mehr im Handgepäck mitführen dürfen. Laptops und Tablet-Computer müssen seitdem beim Einchecken mit dem Gepäck aufgegeben werden. Grund ist die Befürchtung, dass in den Geräten Sprengsätze versteckt werden könnten.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Deutsche Flughäfen sind gegen drohendes Laptop-Verbot bei US-Flügen

Ein Sprecher von Heimatschutzminister John Kelly hatte in dieser Woche bestätigt, dass die US-Regierung nun auch ein Laptopverbot für Nonstop-Flüge aus Europa in Betracht zieht. Eine "formale Entscheidung" ist demnach aber noch nicht gefallen.

Das US-Verbot betrifft bisher Nonstop-Flüge in die USA aus der Türkei, Ägypten, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Marokko, Katar und Jordanien. Großbritannien hat ein entsprechendes Verbot für Flüge aus der Türkei, dem Libanon, Jordanien, Ägypten, Tunesien und Saudi-Arabien.

Von: ch, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Eine A330 von Sun Express Deutschland fliegt für Eurowings auf der Langstrecke. Streit um Wet-Leases für USA-Flüge

    Die EU und die USA wollen bald Wet-Leases auf Transatlantik-Flügen unbegrenzt erlauben. Das könnte auch Erleichterungen für die Eurowings-Verbindungen bringen. Doch die Liberalisierung ist umstritten.

    Vom 06.06.2018
  • Niki Lauda. Lauda spricht mit NRW-Minister über Verspätungen

    Die Lauda-Motion-Spitze um Gründer Lauda und Co-Chef Gruber sucht das Gespräch mit NRW-Minister Wüst: Es geht um Verspätungen. Aber Lauda stellt auch eine Forderung an den Airport Düsseldorf.

    Vom 25.06.2018
  • Ein Airbus A319 von Alitalia. EU hat keine "bevorzugte Lösung für Alitalia"

    Der Verkaufsprozess um Alitalia gestaltet sich schwierig: Rom will die Mehrheit behalten - der Einstieg eines privaten Investors verkompliziert sich damit. Nun hat die EU-Kommission Stellung bezogen.

    Vom 30.07.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus