Automatische Passkontrolle am Flughafen Frankfurt © dpa
Als Reaktion auf die Attentatsserie von Toulouse hat die Europäische Union eine mögliche Speicherung von Fluggastdaten ins Gespräch gebracht. Dazu könnte ein Passagiernamensregister wie in den USA eingerichtet werden, sagte EU-Antiterrorkoordinator Gilles de Kerchove am Donnerstag in Brüssel. Einige hundert Europäer seien nach Informationen von Geheimdiensten in Kriegsgebieten im Ausland gewesen und später in ihre Heimat zurückgekehrt. Mit einem Register könnten Reisen von Verdächtigen verfolgt werden, egal ob sie der Polizei bekannt seien oder nicht, sagte de Kerchove.
Nach seinen Angaben könnten die EU-Behörden auch gegen "einsame Wölfe", Einzelkämpfer ohne Unterstützung durch ein größeres Netzwerk, vorgehen. Der französische Attentäter Mohammed Merah sei vermutlich eine Mischung aus einem solchen "einsamen Wolf" und einem zurückgekehrten Kämpfer gewesen, sagte de Kerchove. Merah sei nach den vorliegenden Informationen zu einer Ausbildung in Afghanistan gewesen, habe aber offensichtlich nach seiner Rückkehr nicht mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida zusammengearbeitet. Der Fall zeige, dass eine transeuropäische Kooperation notwendig sei, sagte de Kerchove.
Mit Hilfe eines Passagiernamensregisters könnten Fluglinien verpflichtet werden, persönliche Informationen von Fluggästen zu sammeln, die nach oder von Europa aus reisen. In den USA wird ein solches Register als nützliches Werkzeug in Terrorermittlungen gesehen.
Der Attentäter von Toulouse war am Donnerstag nach 32-stündiger Belagerung von der Polizei erschossen worden. Er hatte sich zuvor zu einer Angriffsserie mit sieben Toten bekannt und seine Bluttaten laut Staatsanwaltschaft zudem gefilmt.
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