EU plant für Drohnen Registrierungspflicht und Flugverbotszonen

07.01.2016 - 16:01 0 Kommentare

EU-Kommissarin Bulc hält Regeln für urbane Lufträume für erforderlich. Für zivile Drohnen soll es deshalb in Europa künftig Flugverbotszonen und eine Registrierungspflicht geben.

Eine Drohne fliegt zu Testzwecken für die Lufthansa am Flughafen Frankfurt. - © © Lufthansa - Oliver Roesler

Eine Drohne fliegt zu Testzwecken für die Lufthansa am Flughafen Frankfurt. © Lufthansa /Oliver Roesler

Die zunehmende Beliebtheit von Drohnen ruft die EU-Kommission auf den Plan. Die zuständige EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte der "Welt" vom Donnerstag, sie werde schon in diesem Jahr europäische Regeln für die Anwendung von Drohnen vorschlagen. "Die Sicherheit der Luft muss gewährleistet sein, die Privatsphäre der Menschen respektiert werden und die Lautstärke der Drohnen für alle erträglich sein", sagte Bulc.

Es werde Sicherheitszonen geben, die für nicht zugelassene Drohnen gesperrt seien, kündigte Bulc an. Dies sei technisch machbar. "Es muss dann eine Art elektronischer Eintrittssperre geben." Außerdem müsse es eine Registrierungspflicht für Drohnen geben, die in urbanen Räumen genutzt würden. Dies müsse besonders für Drohnen gelten, die für kommerzielle Zwecke eingesetzt würden. Nötig seien "Regeln und Standards", "die den Gebrauch von Drohnen in geordnete Bahnen lenken".

Bundesverkehrsminister plant weitreichende Regeln

Vor Weihnachten hatte bereits Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigt, den Betrieb der beliebten ferngesteuerten Fluggeräte mit weitreichenden Flugverboten einschränken zu wollen. Drohnen-Flüge in Wohngebieten, über Bundesfernstraßen, Eisenbahnlinien, Unglücksorten, Einsatzgebieten der Polizei oder Industrieanlagen sollten verboten werden, kündigte Dobrindt an. Außerdem sollten Drohnen, die schwerer als 500 Gramm sind, künftig registriert werden, um den Eigentümer identifizieren zu können.

Drohnen - Fluggeräte ohne Pilot an Bord - werden beim Militär sowie im zivilen Bereich eingesetzt, unter anderem in der Logistik oder in der Landwirtschaft. Der Onlineversandhändler Amazon plant bereits, Drohnen für die Belieferung von Kunden einzusetzen. Auch Privatleute können die Fluggeräte nutzen. Derzeit sind Vorgaben für die zivile Nutzung von Drohnen, die weniger als 150 Kilogramm wiegen, Sache der einzelnen EU-Mitgliedstaaten.

© dpa, Daniel Karmann Lesen Sie auch: Ferngesteuerte Mini-Flieger als Risiko für Luftfahrt

Die EU-Kommission hatte im Dezember eine neue Luftfahrtstrategie vorgestellt und dabei auch neue Regeln für den Einsatz von Drohnen angekündigt. Letztere kann die Brüsseler Behörde selbst festlegen, die EU-Staaten und das Europaparlament haben aber ein Vetorecht.

Von: gk, AFP, dpa
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