Etihad will massenweise Air-Berlin-Wandelanleihen horten

27.05.2014 - 12:19 0 Kommentare

Wie angekündigt hat Etihad Airways bei Air Berlin Wandelanleihen gekauft. Das bringt der deutschen Airline mehr Geld, ohne dass Etihad offiziell weitere Stimmrechte erhält. Wandeln würde nach EU-Recht auch gar nicht gehen.

Leitwerke von Air Berlin und Etihad Airways - © © AirTeamImages.com - TT

Leitwerke von Air Berlin und Etihad Airways © AirTeamImages.com /TT

Etihad hat wie angekündigt Wandelanleihen von Air Berlin gekauft. Die deutsche Airline hatte Ende April die Ausgabe von weiteren Anleihen angekündigt, die alle für die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate vorgesehen sind. Damit sollen Air Berlin insgesamt 300 Millionen Euro zufließen.

Den Angaben vom Montag zufolge wurde nun die erste Tranche des Geschäfts nun abgeschlossen. Den Kauf der beiden weiteren Anleihe-Tranchen werde die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi voraussichtlich im August und November abschließen.

Wandelanleihen sollen (können) nicht gewandelt werden

Bisher hat Etihad knapp 30 Prozent stimmrechtlich relevante Anteile an Air Berlin. Die jetzt umgewandelten Anleihen entsprechen bereits einem Stimmrechtsanteil von gut 47 Prozent. Würde Etihad sämtliche bisher erworbenen Wandelanleihen in Stimmrechte umwandeln, könnte das Unternehmen einen Stimmrechtsanteil an Air Berlin von mehr als 89 Prozent erreichen.

Würde Etihad Mehrheitseigner, könnte Air Berlin allerdings seine europäischen Verkehrsrechte verlieren. Die EU-Kommission untersucht derzeit den Einfluss von Großaktionär Etihad auf Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft.

Allerdings habe Etihad erklärt, das Wandlungsrecht nur auszuüben, um eine "Verwässerung" der Air-Berlin-Beteiligung zu verhindern "oder falls sich die EU-Regeln für ausländische Beteiligungen an europäischen Luftfahrtgesellschaften ändern würden", teilte Air Berlin mit.

© dpa, Stephanie Pilick Lesen Sie auch: Air Berlin will Geschäftsmodell verändern

Air Berlin, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, war im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust belief sich auf 315,5 Millionen Euro. Der Konzern kündigte einen umfassenden Rekapitalisierungsplan an, der das Unternehmen "zurück in die Profitabilität" führen soll. Neben den 300 Millionen Euro von Etihad will Air Berlin 150 Millionen Euro über eine eigene Anleihe erlösen.

Über die Zukunft der Airline wird seit Monaten spekuliert. Im Gespräch war neben einer Komplettübernahme durch Etihad auch eine Verschmelzung mit der italienischen Gesellschaft Alitalia, an der Etihad ebenfalls Interesse nachgesagt wird oder eine Aufspaltung.

Von: airliners.de mit AFP
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