Air-Berlin-Pleitejahr: Etihad verbucht Milliardenverlust

14.06.2018 - 15:29 0 Kommentare

Die Pleiten von Air Berlin und Alitalia belasten Etihad. Der Golfcarrier weist für das vergangene Jahr einen Milliardenverlust aus und spekuliert nun offenbar, eine Bestellung von Boeing-777X-Jets zu stornieren.

Tony Douglas - © © ADAC -

Tony Douglas © ADAC

Die Fluggesellschaft Etihad hat im vergangenen Jahr im Zuge der Pleite ihrer Partnerin Air Berlin erneut einen Milliardenverlust eingeflogen. Aber dank des eingeleiteten Sparprogramms konnte die arabische Fluglinie den Verlust im Kerngeschäft um knapp ein Viertel auf 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) reduzieren, wie der Staatskonzern mitteilte.

Neben gestiegenen Treibstoffkosten belasteten die Geschäftsausfälle, die durch das Aus für Air Berlin und die Insolvenz der noch vom italienischen Staat in der Luft gehaltenen Alitalia ausgelöst wurden.

Etihad kämpft mit den Kosten

Etihad war mit ihrer Strategie gescheitert, sich durch die Beteiligung an anderen Airlines vor allem in Europa ein Zubringernetz aufzubauen. Die Gesellschaft versucht seither ihre Kosten in den Griff zu bekommen. Sie will ihr Streckennetz umbauen und stellt ihre Flugzeugbestellungen auf den Prüfstand.

So berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters", dass Etihad aktuell mit Boeing darüber spricht, einen milliardenschweren Auftrag über 777X-Jets zu stornieren. Demnach ist die Airline eher bereit, Strafzahlungen an Boeing zu leisten, anstatt Verluste von nicht genutzten Kapazitäten hinnehmen zu müssen.

Acht Ziele hat die Airline bereits gestrichen. Der frühere Konzernchef James Hogan musste wegen der gescheiterten Beteiligungsstrategie bereits seinen Hut nehmen.

Air-Berlin-Abwickler prüft Ansprüche

Nach der Pleite von Air Berlin im vergangenen Jahr prüft Insolvenzverwalter Lucas Flöther, den arabischen Konzern auf Schadenersatz zu verklagen, weil dieser frühere Finanzierungszusagen gegenüber Air Berlin im August kurzerhand gestrichen hatte.

Laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung" vor wenigen Wochen könnte sich die Forderung auf eine oder mehrere Milliarden Euro belaufen. Noch im April 2017 hatte der Großaktionär der angeschlagenen Airline in einem "Letter of Support" weitere Unterstützung für mindestens 18 Monate zugesagt.

Umsatz steigt um drei Prozent

Etihad kämpft auch im Kerngeschäft mit Verlusten. Für 2016 und 2017 summiert sich der bereinigte Fehlbetrag nun auf 3,5 Milliarden Dollar. Die Erlöse stiegen im abgelaufenen Jahr um gut drei Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar.

Dabei beförderte die Airline mit 18,6 Millionen Passagieren etwa genauso viele wie im Vorjahr. Die Maschinen waren mit 78,5 Prozent etwas weniger gut gefüllt.

Etihad-Chef Tony Douglas zufolge hat die Gesellschaft bei der Senkung ihrer Kosten Fortschritte gemacht. Die Durchschnittserlöse seien im letzten Quartal um neun Prozent gestiegen. Dies deutet auf höhere Ticketpreise hin.

Von: cs, dpa-AFX
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