Verbot von Etihad-Codeshare mit Air Berlin sorgt weiter für Wirbel

16.10.2014 - 16:27 0 Kommentare

Die nicht genehmigten Codeshare-Verbindungen mit Etihad Airways haben zu einer Unterstützungwelle für Air Berlin geführt. Auf harsche Worte des Berliner Flughafenchefs Mehdorn in Richtung Lufthansa folgte jedoch prompt ein ebenso harsches Echo.

Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender von Air Berlin posiert am 18.12.2012 nach einer Pressekonferenz in Berlin mit einem Flugzeugmodell. - © © dpa - Michael Kappeler

Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender von Air Berlin posiert am 18.12.2012 nach einer Pressekonferenz in Berlin mit einem Flugzeugmodell. © dpa /Michael Kappeler

Die durch das Luftfahrtbundesamt (LBA) nicht genehmigten Codeshare-Flüge von Air Berlin und Etihad haben zu einer Welle der Solidarität mit der zweitgrößten deutschen Airline geführt. Allerdings ist wohl zumindest ein Unterstützer über das Ziel hinausgeschossen.

Der frühere Air-Berlin-Chef und heutige Geschäftsführer der Berliner Flughäfen Hartmut Mehdorn hatte im "Tagesspiegel" von einem "Komplott der Lufthansa und des Frankfurter Flughafens gegen Berlin" gesprochen. Er sei überrascht, "dass plötzlich alles falsch sein soll was über Jahre funktioniert hat“. Die Berliner hätten wie alle Deutschen das Recht auf internationale Verbindungen.

Lufthansa weist "Verschwörungstheorien" zurück

Umgehend wies die Lufthansa Mehdorns Vorwürfe zurück. Er ergehe sich in "abstrusen» und «ehrabschneidenden Verschwörungstheorien" gegen die Lufthansa. "Ich glaube, er hat sich im Bauplanungsrecht, Brandschutzrecht und Luftverkehrsrecht verheddert", sagte der Konzernbevollmächtigte Thomas Kropp.

Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) forderte unterdessen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, das Verbot gemeinsamer Flüge von Air Berlin und Etihad zurückzunehmen. Die Flüge seien jahrelang problemlos genehmigt worden, kritisierte Wowereit am Donnerstag. Die Entscheidung sei nicht nachvollziehbar und treffe die ohnehin stark angeschlagene Fluggesellschaft hart. «Eine Korrektur ist dringend», sagte Wowereit.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Air Berlin: Codesharing-Streit geht auf internationaler Ebene weiter

Dobrindt hatte am Mittwoch angekündigt, Nachteile für Air Berlin abmildern zu wollen. Dazu sei am 20. Oktober ein Gespräch mit Vertretern der Vereinigten Arabischen Emirate geplant. Bisher seien die Verbindungen genehmigt worden, obwohl dies auf Grundlage einer Vereinbarung mit den Emiraten nicht hätte geschehen dürfen.

Neben Wowereit und Mehdorn - der seine Bedenken neben dem Zeitungsinterview zuvor schon in einem Brief an den Bundesverkehrsminister deutlich gemacht hatte - haben sich bereits weitere Branchenvertreter an Dobrindt direkt gewandt.

Stuttgart will nicht Luftfahrtstandort zweiter Wahl sein

So hat der Stuttgarter Flughafenchef Georg Fundel in einem Brief an den Verkehrsminister Stellung bezogen. Für Stuttgart und die stark exportorientierte Wirtschaft in Baden-Württemberg sei es nicht hinnehmbar, als Luftfahrtstandort zweiter Wahl zu gelten. Fundel appellierte an Dobrindt, Wettbewerb zuzulassen und die Codesharings in die Vereinigten Arabischen Emirate von und nach Stuttgart zu genehmigen. Von Stuttgart aus will Air Berlin zum Jahresende einen täglichen Direktflug nach Abu Dhabi anbieten. Sollte die Genehmigung für Codesharings auf dem Flug ausbleiben, können rund 40 internationale Destinationen im Etihad-Netz nicht direkt ab Stuttgart gebucht werden.

Bereits zuvor hatte sich die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit klar (VC) positioniert. Die deutschen Fluggesellschaften seien durch die Alleingänge bei Luftverkehrssteuer und Emissionsabgabe schon über Gebühr benachteiligt, dies treffe gerade auch Air Berlin, so VC-Sprecher Jörg Handwerg. Die derzeit durch das LBA untersuchten Code-Share Flugrechte von Air Berlin und Etihad werden hingegen ausnahmslos durch Air Berlin-Flugzeuge und tarifiertes Cockpitpersonal durchgeführt. Insofern gebe es in diesem Zusammenhang keinerlei Befürchtung seitens der VC, dass sich eine Genehmigung dieser Verkehrsrechte durch das LBA negativ auf die Arbeitsplätze auswirken könnte. Stattdessen könnte das Verbot - und nicht die Genehmigung - Jobs in Deutschland gefährden.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Lufthansa fliegt nicht mehr nach Abu Dhabi

Von: airliners.de, dpa
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