Etihad setzt Codeshare mit Air Berlin vorerst per Gericht durch

23.10.2015 - 18:58 0 Kommentare

Der Streit um die gemeinsamen Codeshare-Flüge von Air Berlin und Etihad ist vorerst vorbei. Die arabische Airline hat am Freitag vor Gericht eine einstweilige Verfügung erreicht. Die Genehmigung der Flüge folgte prompt. Aber nicht für sehr lange.

Flugzeuge von Etihad und Air Berlin stehen am Gate. - © © Air Berlin -

Flugzeuge von Etihad und Air Berlin stehen am Gate. © Air Berlin

Im Streit um Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad können die Fluggesellschaften erst einmal durchatmen. Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hat am Freitagabend die Flüge erneut genehmigt, allerdings nicht für den gesamten Winterflugplan, der am Wochenende beginnt.

Die Etihad-Codes auf den strittigen Air-Berlin-Verbindungen würden "letztmalig und befristet bis zum 15. Januar 2016 ermöglicht", teilte das Bundesverkehrsministerium mit, dem die Behörde unstersteht. Dies gelte für 31 der 83 im Winterflugplan vorgesehenen Gemeinschaftsflüge beider Airlines. Die restlichen Verbindungen fallen demnach unter das Abkommen und sind vom Luftfahrt-Bundesamt genehmigt.

Zur Begründung hieß es, es sollten keine Nachteile für Passagiere entstehen, die bereits Tickets gekauft haben. Die Fluggesellschaften hätten nun Zeit, eine organisatorische Lösung zu finden. Bislang sind nach Etihad-Angaben bereits rund 82.000 Reisen auf diesen Routen gebucht worden.

© BMWi, Maurice Weiss Lesen Sie auch: Bundesminister dringt auf "einvernehmliche Lösung" für Air Berlin

Um die Codeshare-Flüge mit Air Berlin durchzusetzen, hatte Etihad Airways zuvor eine einstweilige Verfügung erreicht. Das Verwaltungsgericht Braunschweig verpflichtete dei Bundesregierung am Freitag, Etihad den Winterflugplan für Codesharing-Dienste befristet bis zum 8. November zu genehmigen.

Als Grund für den Weg vor Gericht gab Etihad an, dass die Fluggesellschaft nicht länger auf eine Entscheidung der deutschen Regierung habe warten können. Diese hatte bis zuletzt nicht entschieden, ob sie die umstrittenen Codeshare-Flüge ein weiteres Mal genehmigt.

Zwei Millionen Reisende mit Codeshare-Flügen

Etihad teilte nach der Gerichtsentscheidung mit, das Versäumnis der deutschen Regierung, die Codeshare-Flüge rechtzeitig zu genehmigen, werde Air Berlin "schwerwiegend und wahrscheinlich sogar nachhaltig schädigen". Die gemeinsamen Flugnummern seien ein entscheidender Faktor, warum Etihad in die zweitgrößte deutsche Airline investiert habe.

Der Air-Berlin-Großaktionär Etihad veröffentlichte zudem Zahlen zu den umstrittenen Verbindungen. Seit 2012 haben die beiden Airlines demnach mehr als zwei Millionen Fluggäste über Codeshares transportiert. Dabei soll Etihad Airways rund 1,36 Millionen Passagiere für ihre deutsche Beteiligungsgesellschaft Air Berlin gebracht haben, während diese 654.000 Reisende auf Etihad-Flüge buchte. Den Erlös für Air Berlin bezifferte Etihad mit insgesamt 252 Millionen Euro.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Darum geht es bei der aktuellen Air-Berlin-Codeshare-Diskussion

Bislang sind Codesharings in den Vereinbarungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nicht klar geregelt. Etihad und Air Berlin bieten Codesharings seit vier Jahren an und gehen von einer generelle Erlaubnis aus. Vor genau einem Jahr wurde ein Verbot der strittigen Etihad-Codeshares auf Air-Berlin-Flügen nach heftigen Diskussionen vorläufig wieder ausgesetzt, und zwar einmal für den Winterflugplan 2014/15 und dann später nochmal für den Sommerflugplan 2015.

Von: gk, dh, dpa, AFP
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