James Hogan verlässt Etihad Airways

24.01.2017 - 11:05 0 Kommentare

James Hogan tritt als Chef von Etihad Airways ab. Unter ihm entstand eine "Equity-Alliance", zu der auch Air Berlin gehört. Jetzt will Etihad ihre verlustreichen Beteiligungen auf den Prüfstand stellen.

 Etihad-Konzernchef James Hogan. - © © dpa - Str/EPA

Etihad-Konzernchef James Hogan. © dpa /Str/EPA

Etihad-Airways-Chef James Hogan wird das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte verlassen. Das teilte die Fluggesellschaft aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi jetzt mit. Auch Finanzchef James Rigney nimmt seinen Hut.

Beide wechseln den Angaben nach zu einer Investmentgesellschaft. Die Suche nach Nachfolgern habe bereits begonnen, hieß es. Dies sei Teil des im vergangenen Jahr begonnenen Umbaus zur Etihad Aviation Group.

Der 60-jährige Australier Hogan hatte in den vergangenen zehn Jahren an der Spitze von Etihad eine internationale "Beteiligungs-Allianz" für Zubringerflüge nach Abu Dhabi errichtet. Basis dafür sind Fluggesellschaften wie Air Berlin und Alitalia. Allerdings musste Etihad in den vergangenen Jahren für die immer höheren Verluste ihrer Beteiligungen einspringen.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Etihad Airways gerät unter Druck und kündigt Stellenabbau an

So hatte Etihad der zuletzt mit einer Milliarde Euro verschuldeten Air Berlin auf verschiedenen Wegen mehrfach hunderte Millionen Euro zugeschossen. Im Zuge dessen war Etihad Airways selbst finanziell unter Druck geraten. Die Folge sind intensive Umstrukturierungen und ein massiver Stellenabbau.

Etihad will Beteiligungen auf den Prüfstand stellen

Aufsichtsratschef Mohamed Mubarak Fadhelal-Mazrouei will nun die verlustreichen Beteiligungen auf den Prüfstand stellen. Mazrouei lobte zwar Hogans Verdienste - kündigte aber zugleich an, Etihads Strategie insgesamt zu überprüfen. Dazu zählt das Geschäft in Abu Dhabi genauso wie das der Partner.

Die Etihad Equity-Alliance

Ein internationales Partner-Netzwerk soll für Etihad Airways für Zubringerflüge nach Abu Dhabi sorgen. Dabei geht Etihad einen eigenen Weg. Statt Marketingpartnerschaften einzugehen, hat sich die Airline unter Hogan an etlichen Fluggesellschaften wirtschaftlich beteiligt:

  • 49 Prozent an Alitalia
  • 49 Prozent an Air Serbia
  • 40 Prozent Air Seychelles
  • 33,3 Prozent an Darwin/Etihad Regional
  • 29 Prozent an Air Berlin
  • 24 Prozent Jet Airways
  • 19,9 Prozent Virgin Australia
  • Foto: © Etihad Airways /Montage: airliners.de

Noch in der vergangenen Woche wollte Hogan von Diskussionen über die Etihad-Strategie nichts wissen. Bei Jet Airways, Air Serbia, Air Seychelles, Virgin Australia und Darwin Airline würden die Etihad-Investitionen bereits Früchte tragen, sagte er auf einer Konferenz in Dublin. Über die Partner hätte Etihad im vergangenen Jahr allein rund 5,5 Millionen Passagiere in das eigene Netzwerk gefüttert.

Gleichzeitig hatte Hogan den jüngsten Spekulationen über einen möglichen Einstieg bei der Lufthansa eine Absage erteilt. Das Unternehmen habe keine Pläne, sich an der Lufthansa zu beteiligen. Dennoch reißen die Gerüchte um einen Einstieg der Araber beim Dax-Konzern nicht ab. Für Anfang Februar ist eine gemeinsame Pressekonferenz in Abu Dhabi angekündigt.

© AirTeamImages.com, Montage: airliners.de, TT (Lufthansa), Derek Pedley (Etihad) Lesen Sie auch: Lufthansa und Etihad arbeiten zusammen

Bereits seit längerem hatte es Gerüchte gegeben, Airline-Chef Hogan stehe in Abu Dhabi vor der Ablösung. Als möglicher Nachfolger wird der ehemalige Chef von Aer Lingus und Malaysia Airlines gehandelt, Christoph Müller. Der Deutsche ist aktuell Chief Digital and Innovation Officer bei Emirates. Müller startete seine berufilche Karriere als Analyst bei der Lufthansa.

Etihad Airways war 2003 an den Start gegangen, 2006 übernahm Hogan die Führung. Etihad ist die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate, allerdings nur die zweitgrößte hinter Emirates aus Dubai. Jahrelang stiegen Passagier- und Frachtzahlen kräftig. Die Fluggesellschaft hat mittlerweile 120 Flugzeuge in Betrieb, bestellt sind weitere 178.

Von: dh mit dpa, AFP
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